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Mitarbeiter von Bosch Rexroth demonstrieren gegen Stellenabbau.
Mitarbeiter von Bosch Rexroth demonstrieren gegen Stellenabbau.
04.11.2015

Bosch setzt auf Stellenabbau

Stuttgart. Der Technologiekonzern Bosch kürzt in seiner Industriesparte massiv Stellen. In den nächsten drei Jahren sollen bis zu 1150 Stellen an sechs deutschen Standorten der Tochterfirma Bosch Rexroth wegfallen, wie das Unternehmen mit Sitz in Lohr (Bayern) gestern mitteilte.

Zur Begründung wies die Firma auf die weltweit sinkende Nachfrage nach den angebotenen Produkten. Auch zwei Standorte in Baden-Württemberg sind betroffen.

Es geht um den Firmenbereich Mobile Anwendungen, wo Bauteile etwa für Bagger, Gabelstapler und Traktoren hergestellt werden. In dieser Sparte arbeiten in Deutschland 6200 Menschen – etwa jeder Fünfte dürfte spätestens 2019 seinen jetzigen Job verloren haben. Insgesamt arbeiten bei der Bosch-Tochter weltweit rund 33 700 Menschen, davon etwa 16 000 in Deutschland (Stand: Januar 2015). Die IG Metall kritisierte den „hektischen Aktionismus“, den Bosch Rexroth zeige. „Bei Schwierigkeiten in einem Bereich reflexartig den Rotstift an den Personalkosten anzusetzen, greift deutlich zu kurz“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Einschränkungen beim Entgelt mache die Gewerkschaft nicht mit. „Die Beschäftigten zahlen nicht die Zeche für Fehler beim Management.“

In Stein gemeißelt ist der Stellenabbau noch nicht. Nach Darstellung von Firmenchef Karl Tragl könnten weniger Jobs gestrichen werden, sollte sich die Arbeitnehmerseite in den noch ausstehenden Gesprächen etwa über den Sozialplan bewegen. Doch die Lage ist einigermaßen festgefahren: Gespräche gibt es schon seit dem Sommer, als die Firma ihre Pläne für einen 450 Millionen Euro schweren Sparkurs vorstellte, das Ausmaß der Jobkürzungen aber noch offenließ. Seither wirft die IG Metall der Firmenspitze immer wieder vor, nicht mit offenen Karten zu spielen.

Im Südwesten wird der Rotstift am Standort Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) angesetzt, dort sollen 195 von 1100 Jobs wegfallen. In Schwieberdingen ist die Kürzung von bis zu 30 Stellen geplant. Weitere betroffene Firmenanlagen sind in Bayern und im Saarland.