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Seit 1974 an der Pforzheimer Adolf-Richter-Straße: Das Bader-Versandzentrum im Brötzinger Tal ist in die Jahre gekommen und soll verlagert werden.Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Seit 1974 an der Pforzheimer Adolf-Richter-Straße: Das Bader-Versandzentrum im Brötzinger Tal ist in die Jahre gekommen und soll verlagert werden.Foto: Ketterl/PZ-Archiv
06.05.2014

Bruchsaler Standort verspräche Bader logistische Vorteile

Nach dem grünen Licht aus Bruchsal für ein mögliches neues Versandzentrum und Hochregallager an der A5 lässt der zweite, kleinere kommunale Partner, die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard, Bader noch warten. Den 20. Mai stellt Bürgermeister Sven Weigt dem Pforzheimer Traditionsunternehmen, das auf der Suche nach Erweiterungschancen ganz im Norden des Kreises Karlsruhe gelandet ist, für die entscheidende Gemeinderatssitzung in Aussicht.

Dabei ist es unter anderem Geschwindigkeit, die Bader an die A5 lockt. Das klang bei der Vorstellung der Pläne durch die Bader-Geschäftsführung in Karlsdorf-Neuthard durch. Demnach betrachtet es das Unternehmen als einen Fehler Pforzheims, dass man das für die großen Versandhändler so wichtige DHL-Paketzentrum einst nicht in die Goldstadt habe holen können. Das ist nun in Bruchsal, rund 700 Meter Luftlinie vom Bader-Wunschstandort entfernt. Unheimlich interessant für ein Versandhaus, das seine Stärken in der Disposition sieht. Von Bruchsal aus, so die Geschäftsführung, könnte rund ein Drittel der Bader-Sendungen einen Tag früher beim Kunden sein.

Das Unternehmen, das in Pforzheim Erweiterungsmöglichkeiten vermisst hatte, betont seine regionale Verbundenheit, die in Bruchsal für viele der eigenen Mitarbeiter noch gegeben wäre. Günstigere Alternativen seien in Polen, wo die Kataloge des Versandhauses gedruckt würden, oder ein weitgehend leer stehendes ehemaliges Quelle-Logistikzentrum in Leipzig. Die Nähe zu Pforzheim sei aber ein Vorteil für Bruchsal und Karlsdorf-Neuthard.

Dafür sei Bader kompromissbereit. Etwa bei der für das Versandhaus wenig erbauliche Aussicht, sich die Wunschfläche mit einem Bauhaus-Baumarkt teilen zu müssen. Ein Einschnitt in künftige Erweiterungschancen. Auch bei der Gestaltung hat Bader auf Sorgen der möglichen Standortkommunen reagiert, das 36 Meter hohe Hochregallager könne das Ortsbild beeinträchtigen. Im Gemeinderat wurden Gebäude-Studien gezeigt, deren Farben nach oben immer heller werden. Ziel: Der Bau soll nach oben hin optisch verschwinden. Auch bei Baumreihen will man den kommunalen Wünschen entgegenkommen. Beim Verkehr zerstreute die Geschäftsführung Sorgen der Räte. Je rund 30 Lastwagen zur Anlieferung und zur Versendung von Waren – der geplante Baumarkt würde im Vergleich für wesentlich mehr Verkehr sorgen.

Bader warb mit neuen Arbeitsplätzen. Sollte es mit einem Einzug an der A5 im Jahr 2017 klappen, würden zusätzlich zu den aus Pforzheim mitgebrachten Kräften rund 100 neue Mitarbeiter benötigt. In Pforzheim sollen rund 700 Beschäftigte in anderen Bereichen bleiben.