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Freuen sich mit dem Gewinner des CODE_n Awards über den Erfolg von „Xarion“: Moderatorin Johanna Klum (links) und Initiator der Veranstaltung Ulrich Dietz, CEO der Stuttgarter Firma GFT Technologies und gebürtiger Pforzheimer (rechts). Hangolani
Freuen sich mit dem Gewinner des CODE_n Awards über den Erfolg von „Xarion“: Moderatorin Johanna Klum (links) und Initiator der Veranstaltung Ulrich Dietz, CEO der Stuttgarter Firma GFT Technologies und gebürtiger Pforzheimer (rechts). Hangolani
23.09.2016

CODE_n-Gründerpreis für österreichisches StartUp-Unternehmen.

Und der Gewinner ist: „Xarion“, ein StartUp, das mit einzigartigen Lasersensoren den CODE_n Award nach Österreich holt. „Xarion setzt neue Maßstäbe in den Bereichen Ultraschallbebilderung, Prozessüberwachung und Prüftechnik.“ So lautete die Entscheidung der Jury am zweiten von drei Veranstaltungstagen des Innovationsfestivals in Karlsruhe.

Die Preisverleihung am Mittwochabend war einer der Höhepunkte der Veranstaltung im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), die über 4000 Besucher aus 15 Ländern mobilisierte. Mit gespannten und freudig erregten Gesichtern sowie emotional aufgeladener Rockmusik warteten die Besucher auf der bis auf den letzten Platz gefüllten Hauptbühne auf die Entscheidung darüber, wer unter den anwesenden Gründern und Startups sich am Ende ein Preisgeld in Höhe von 30 000 Euro sichern würde.

„Xarion“ aus Wien überzeugte die Jury durch seine breite Palette an Anwendungsbereichen: vom Maschinenbau über die Flugzeug- und Zulieferindustrie bis hin zur Medizintechnik oder Unterhaltungselektronik. Daneben waren die Kombination aus ertragreichem Geschäftsmodell und ambitionierter Gründermentalität Kriterien für die Preisvergabe. Damit lässt das Startup 385 Bewerber aus 40 Ländern hinter sich. Neben dem CODE_n Award wurden am Mittwoch auch vier Clusterpreise vergeben. Die Unternehmenspaten B.Braun, GFT, Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Trumpf kürten mit einem individuellen Preis den Gewinner innerhalb ihres Startup-Clusters. Insgesamt hatten die teilnehmenden jungen Unternehmen an allen Veranstaltungstagen Zeit, ihr Unternehmen durch eine Kurzvorstellung, dem sogenannten Pitch, dem Publikum zu präsentieren. „Der CODE_n Wettbewerb ist für viele Teilnehmer ein erfolgreiches Sprungbrett“, zeigte sich Ulrich Dietz, Chef der Stuttgarter Firma GFT Technologies und gebürtiger Pforzheimer, über das Ergebnis der Veranstaltung begeistert. Das Festival stand für einen Code im Sinne eines Innovationsplans, der mit der renommierten Informatikfakultät des Karlsruher Instituts für Technologie auch stellvertretend für die Rolle Karlsruhes als IT-Standort und wichtiges IT-Cluster steht.

Die Veranstaltung sorgte bereits am ersten Tag für großen Zulauf, den der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einer Rede, in der er eine neue Gründungskultur für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg einforderte, beschloss. Dabei lobte er die Qualität der StartUp-Gründungen in Baden-Württemberg einerseits, bemängelte aber, dass noch zu wenige Leute ihr eigenes Unternehmen gründen.

„Das new.New Festival von CODE_n ist ein absolutes Leuchtturmprojekt“, sagte der Ministerpräsident und wagte einen gewagten Vergleich, nämlich dass Stuttgart als Stadt eher staufrei sei als San Francisco: „Wir haben wenigstens etwas zu vernetzen.“ Insgesamt dreht es sich bei CODE_n um zukunftsweisende Innovationen rund um die Digitalisierung in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Diese drückten sich aktuell in verschiedenen Wettbewerbsclustern aus – darunter angewandte Finanzdienstleistungen, stationäre und ambulante Versorgung und das Miteinander von Mensch und IT, vernetzter Mobilität und intelligenter Nutzung von Licht zum Beispiel über moderne Glasfasernetze oder der Möglichkeit, Licht breitbandig zu übertragen. Entsprechende Stände und anschauliche Modelle und Darbietungen zum Thema Industrie 4.0 und Design Thinking brachten Gründer miteinander ins Gespräch.

Das ZKM trug sein Übriges dazu bei und schaffte die Verbindung der Präsentation von digitalen Trendthemen und avantgardistischer Medienkunst – weswegen nach einem jeweiligen Tag voller Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Netzwerkgesprächen ein kultureller Abend mit Musik, Tanz, Gesang und Bar etwa im Gründerzentrum am Alten Schlachthof zum Verweilen einlud.

Die Innovation der Veranstaltung begeisterte auch Gründer aus dem Ausland, zum Beispiel Martin Aumüller aus Österreich. Der Wirtschaftsingenieur hat zusammen mit einer entsprechenden Forschungsgruppe der Technischen Universität Graz das seiner Ansicht nach „energieeffizienteste Elektrofahrzeug der Welt“ gebaut. Er freute sich über „den Unternehmergeist, den man spürt, denn die Start-ups haben ja auch immer einen gewissen Weg hinter sich.“