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Jochen Protzer Foto: WFG
Jochen Protzer Foto: WFG
14.07.2016

Chef der Wirtschaftsförderung der Region Nordschwarzwald ist seit 100 Tagen im Amt

Pforzheim. Seit April steht Jochen Protzer an der Spitze der Wirtschaftsförderung der Region Nordschwarzwald (WFG). Seine ersten 100 Tage im Amt kommentiert der frühere Illinger Bürgermeister und kreistagserfahrene Politprofi mit einem Augenzwinkern: „Eines wurde mir gleich zu Beginn klar: Der Job ist echt spannend!“ Auf dem Chefsessel der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald herrschte in den vergangenen 20 Jahren ein reger Wechsel (die PZ berichtete). Für die Zukunft sei jedoch Kontinuität gefragt.

„Als Nummer zehn in der Geschäftsführergalerie sehe ich meine Aufgabe nicht darin, neue Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, sondern die WFG in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen.“ Was die Gesellschaft vordringlich brauche, sei ein starker regionalpolitischer Rückhalt, resümierte Jochen Protzer. Er startete gleich nach Amtsantritt eine Imageoffensive in den Rathäusern der Region. „Jetzt müssen wir die einzelnen Wünsche in die Strategie für die Jahre 2017 bis 2019 einbinden.“

„Die WFG setzt in der regionalen Wirtschaftsförderung dort an, wo die Kompetenz der Kommunen endet“, argumentiert er mit Blick auf die Europäische Union, die sich zukünftig noch stärker an Regionen, beispielsweise als Förderkulisse, orientiere. „Darin sehe ich eine wesentliche Aufgabe der Wirtschaftsförderung“, argumentiert der WFG-Chef. Und die Konkurrenz schläft nicht. Gerade mit Blick auf die wirtschaftlich starken Nachbarregionen Stuttgart und Mittlerer Oberrhein, vor allem bezüglich deren Sogwirkung auf junge Menschen und Fachkräfte, sei Kreativität gefragt. „Die Region Nordschwarzwald prosperiert und bietet zugleich eine hohe Lebensqualität und genau hier müssen wir verstärkt ansetzen, um die Region als attraktiven Lebens- und Arbeitsort darzustellen“, argumentierte Protzer.

Differenziert sieht er die Aktivitäten der WFG in Sachen Fachkräftegewinnung: „Viele Akteure in der Region machen einen guten Job und unsere Aufgabe sehe ich darin, die vielfältigen Aktivitäten zu koordinieren und in die Fachkräfte-Allianz Nordschwarzwald einzubringen“. Protzer versteht die WFG als dienstleistungsorientiertes Unternehmen. „Unser vordringliches Ziel ist die Schaffung eines wirtschafts- und investitionsfreundlichen Klimas in der Region, aber wir können mehr, beispielsweise bei der Abwicklung konkreter Projekte für Kommunen.“

Einen Mehrwert sieht die WFG in der Betreuung von Netzwerken. „Mit RegioHolz, einem beim RegioWin-Wettbewerb prämierten Projekt im Bereich Technologietransfer, wollen wir eine der traditionsreichsten und zugleich zukunftsorientiertesten Branchen näher zusammenrücken lassen.“ Perspektiven sieht der WFG-Chef auch für das geplante Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT). Da müsse Pforzheim aber noch seine Hausaufgaben machen. „Das ist wie beim Dreisprung.“ Erst wenn der Absprung passt, könnten die weiteren Schritte folgen.“