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Leuchtkörper von Osram. Foto: dpa
Leuchtkörper von Osram. Foto: dpa
30.09.2016

Chinesen greifen nach Osram

München. Erst der Roboterbauer Kuka und nun vielleicht Osram? Wieder einmal sollen chinesische Investoren nach einem deutschen Vorzeigeunternehmen greifen. Am Ende könnten sie den Lichtkonzern Osram sogar komplett übernehmen, wird seit Wochen spekuliert. Nach einem ersten Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vor gut zwei Wochen brachte gestern auch das „Handelsblatt“ den chinesischen Investor GSR Go Scale Capital als möglichen Käufer des Osram-Anteils ins Gespräch. Kommentieren wollten das weder Siemens noch der Lichtkonzern selbst. Doch klar ist: Für den Elektrokonzern gehört die Osram-Beteiligung schon lange nicht mehr zum Kerngeschäft.

Vor drei Jahren hatten die Münchner ihre langjährige Tochter über die Börse abgespalten und sich damit weiter aus dem Geschäft mit Endverbrauchern zurückgezogen. Mittlerweile hält Siemens noch gut 17 Prozent an Osram – und Beobachter fragen sich schon länger, wann dieses verbliebene Paket auch noch auf die Verkaufsliste kommt.

Das Verhältnis zwischen Siemens und Osram gilt als angespannt, seit der Lichtkonzern im November vergangenen Jahres die Börse mit der Ankündigung einer Milliarden-Investition in Malaysia verschreckte. Osram will dort eine LED-Fabrik bauen - und geht damit aus Siemens-Sicht ein hohes Risiko ein. Auf der letzten Osram-Hauptversammlung im Februar kam es deshalb zum Eklat: Großaktionär Siemens warf Osram-Chef Olaf Berlien einen Strategieschwenk und mangelhafte Informationspolitik vor und verweigerte ihm die Entlastung - ein einmaliger Vorgang. Berlien lenke den Konzern nicht mit der notwendigen Vorsicht und Umsicht, wetterte ein Siemens-Vertreter bei dem Aktionärstreffen. Das Tischtuch sei seither zerschnitten, sagt ein Branchenkenner.

Ein Ausstieg von Siemens wäre auch nach diesem Zerwürfnis nun nur konsequent. Und weil sich die Osram-Aktie inzwischen wieder erholt hat, käme Siemens auch ganz gut davon. Über 51 Euro notierten die Papiere gestern zeitweise – das ist nicht mehr weit entfernt vom bisherigen Allzeit-Hoch von knapp 55 Euro.