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Der bisherige IHK-Präsident Burkhard Thost, Hauptgeschäftsführer Martin Keppler, die neu gewählte Präsidentin Claudia Gläser und die baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (von links) bei der feierlichen Amtseinführung. © Ketterl
13.07.2017

Claudia Gläser zur neuen IHK-Präsidentin gewählt - Amtsvorgänger Burkhard Thost verabschiedet

Frauen-Power im Pforzheimer CongressCentrum (CCP): Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gratulierte gestern der ersten IHK-Präsidentin im Nordschwarzwald seit Gründung der Kammer im Jahr 1853.

Die Ministerin hatte zu diesem Anlass eigens ihren Goldschmuck angelegt, denn schließlich feiert die Schmuck- und Uhrenindustrie gerade ihr 250-jähriges Bestehen. Als Balingerin sei ihr der Begriff „Goldstadt“ durchaus geläufig. Freilich sei auch ein schmerzhafter Strukturwandel mit dieser langen Geschichte verbunden, machte Hoffmeister-Kraut deutlich.

Angesichts der bevorstehenden Revolution durch die E-Mobilität stünde auch der heimischen Automobilindustrie ein Strukturwandel bevor. „Wir dürfen unser Schicksal nicht den Managern im Silicon Valley überlassen“, warnte die Wirtschaftsministerin. Baden-Württemberg dürfe nicht zur verlängerten Werkbank werden. Man habe bereits die Kommerzialisierung des Internets verschlafen, jetzt müsse man bei der Digitalisierung der Industrie die Nase vorn haben. Aber dafür müssten alle an einem Strang ziehen, um die anstehenden Probleme zu lösen. Die IHK habe mit ihrem Zukunftsforum 2030 in Pforzheim die richtigen Fragen gestellt. Das sei auch ein Verdienst des scheidenden IHK-Präsidenten Burkhard Thost, dem die Ministerin für seine Verdienste die Wirtschaftsmedaille des Landes überreichte.

„Die Region Nordschwarzwald steht gut da“, versicherte die neugewählte IHK-Präsidentin. Der Nordschwarzwald sei mit innovativen Betrieben und hervorragenden Fachkräften sehr gut aufgestellt, sagte Claudia Gläser bei ihrer Antrittsrede. Weshalb sie die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region dazu ermuntere, das Potenzial der Marke „Schwarzwald“ verstärkt zu nutzen. „Ein wichtiger Grundstein für die Zukunft der Wirtschaft ist die Innovation“, betonte Gläser. Diese sollte durch den Austausch der IHK-Mitgliedsunternehmen in einem Netzwerk neue Impulse erhalten. Ebenso seien ihr die qualifizierte duale Ausbildung junger Leute und die Weiterbildung im Interesse der IHK-Mitgliedsfirmen wichtige Anliegen.

Die Verbesserung der regionalen Infrastruktur und der Ausbau der Breitbandversorgung müssten weiter vorangetrieben werden. Als IHK-Präsidentin werde sie gerne ihre Erfahrungen in die Fragen der internationalen Markterschließung einbringen. Ihr mittelständisches Unternehmen ist Marktführer für Prüflabore im Bereich der Technischen Sauberkeit und in China sowie in den USA vertreten.

Die Zukunft war für ihn immer ein Thema, sagte Burkhard Thost zum Abschied vor über 800 Gästen im CCP. „Wir sollten die Chancen und nicht die Ängste sehen, die neue Entwicklungen bieten.“