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Das Smartphone leitet seinen Nutzer künftig über mehrere Verkehrsmittel von A nach B. Foto: Huland
Das Smartphone leitet seinen Nutzer künftig über mehrere Verkehrsmittel von A nach B. Foto: Huland
02.02.2016

Daimler-Tochter Moovel entwickelt eine Info-App für alle Verkehrsmittel

Es kann doch so einfach sein. Eine App, ein paar Klicks – und fertig ist die schnellste Route von A nach B. Doch für solche Routen greifen viele Apps nur auf einen relativ kleinen Datenpool zurück, einen kompletten Überblick über verschiedene und auch billigere Verkehrsmittel inklusive Gesamt-Ticket bekommt der Smartphone-Nutzer nicht. Und so muss der Nutzer häufig von App zu App wechseln, um genau Bescheid zu wissen oder gleich mehrere Fahrkarten zu kaufen – ein mühsames Unterfangen.

Das soll sich ändern: Unternehmen wie Daimler und die Deutsche Bahn bieten über Konzerntöchter Applikationen an, die Infos verschiedener Verkehrsträger auf einer Plattform bündeln. Sie zeigen Routen auf mit dem Zug, Bus, mit U-Bahnen, Miet- und Carsharing-Fahrzeugen sowie Miet-Fahrrädern und – im Falle von Qixxit – gar mit dem Flugzeug. Die Apps sind Antwort auf veränderte Verkehrsgewohnheiten der Bürger. „Sharing Economy“ ist angesagt, also eine verstärkt gemeinschaftliche Nutzung von Verkehrsmitteln – etwa beim Carsharing. „Der Markt hat sich dramatisch gewandelt“, sagt Robert Henrich, Chef von Moovel, das zu Daimler gehört. „Es gilt jetzt, Antworten zu finden für morgen und Partnerschaften zu schließen mit dem Nahverkehr und anderen Unternehmen, um gemeinsame Wege zu finden, damit wir die Mobilität intelligenter organisieren können.“ Ende 2015 ließ sich sogar Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bei einem Moovel-Termin blicken – damals stellte die Firma die Erweiterung ihrer Ticketfunktion auf den Stuttgarter Nahverkehr vor.

Der Grünen-Politiker gilt nicht als großer Daimler-Fan, er wünscht sich weniger dicke Autos im feinstaubbelasteten Stuttgarter Straßenverkehr. „Ich bin nicht hier, um einem einzelnen Unternehmen zuzuarbeiten“, sagte Hermann. „Sondern um einer neuen Sichtweise zur Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen, weil das wirklich sehr innovativ ist.“

Neben Hermann saß Stefanie Haaks, kaufmännische Vorständin der Stuttgarter Straßenbahnen AG, die sich aus der Kooperation mit Moovel viel verspricht: „Wir sehen eine ganz große Chance für uns durch diese App, den seltenen Gelegenheitsnutzer als Kunden gewinnen zu können.“ Außer in Stuttgart sind in Deutschland übrigens noch keine anderen Nahverkehrsstrecken im Moovel-Ticket enthalten.

Klar ist: Die Branche ist noch klein – so klein, dass niemand gern über Zahlen spricht. Der Umsatz sei „nicht der Hauptfokus“, antwortet Moovel-Chef Henrich ausweichend auf die Frage nach Zahlen.