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Prototypen für autonom fahrende Autos werden schon auf der Straße getestet. Unklar ist aber noch, nach welchen Regeln es programmiert werden soll. Foto: dpa-Archiv
Prototypen für autonom fahrende Autos werden schon auf der Straße getestet. Unklar ist aber noch, nach welchen Regeln es programmiert werden soll. Foto: dpa-Archiv
21.06.2017

Das Computer-Auto erhält Regeln

Auch wenn Algorithmen Autos steuern, gibt es das Restrisiko eines Unfalls. Eine Kommission präsentiert jetzt eine Ethik für die Maschine.

Noch ist es ein Testwagen, doch in fünf Jahren stehen automatisiert fahrende Autos beim Händler, ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sicher. Der CSU-Politiker sieht den größten Mobilitätssprung der vergangenen 100 Jahre. Von morgen an setzt laut Dobrindt ein neues Gesetz den rechtlichen Rahmen. Die ethischen Leitplanken hat nun Jurist Udo Di Fabio mit einem guten Dutzend weiterer Experten gesetzt.

Was heißt eigentlich automatisiertes Fahren?

Dass das Auto dem Fahrer einige, mehrere oder alle Aufgaben abnimmt. Es kann schon tote Winkel überwachen und helfen, die Spur zu halten oder die Parklücke zu treffen. Die Autobauer tüfteln an der nächsten Stufe, dem hochautomatisierten Fahren in bestimmten Situationen, etwa im Stau. Der Fahrer könnte zeitweise etwas anderes machen. Danach erst kämen die nächsten Stufen: Vollautomatisiertes Fahren in bestimmtem Umfeld, etwa im Stadtverkehr, und schließlich autonome Fahrzeuge: Sie könnten ihren Halter zur Arbeit bringen und abends wieder zurück.

Was hält die Ethikkommission vom autonomen Fahren?

Anders als die Bürger, bei denen Meinungsforscher Skepsis ausmachen, ist sie grundsätzlich offen. Aber: Nicht der wirtschaftliche Nutzen habe Priorität, sondern die Sicherheit, so der frühere Verfassungsrichter Di Fabio als Vorsitzender. Automatisierte Systeme seien nur vertretbar, wenn sie die Sicherheit erhöhen. Dann sei es geboten, dass der Staat sie fördert.

Welche Bedeutung hat die Kommission?

Dobrindt sieht darin „Eckpfeiler für nationale und internationale Regelwerke“ – doch faktisch sind die „Ethischen Regeln“ nur Empfehlungen. Zudem betreffen sie erst die übernächsten Stufen der Automatisierung: vollautomatisierte und fahrerlose Autos. Sollte es sie eines Tages geben, können sich längst neue Fragen stellen.