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Dentaurum-Chef Marc Stephen Pace. Foto: Seibel
Dentaurum-Chef Marc Stephen Pace. Foto: Seibel
14.07.2018

Dentaurum wehrt sich gegen Trump: Getränke für Deutschland

Machen wir uns nichts vor: Die Zeichen für eine tiefe, innige Freundschaft zwischen Donald Trump und Deutschland stehen eher schlecht. Der Mann, der als US-Präsident durch die Weltpolitik wütet wie ein Tornado, kennt keine Freunde, wenn es um seine heißgeliebten Deals geht. Schon gar nicht in Deutschland, denn Deutschland ist doof.

Zu viele Exporte, zu viele Flüchtlinge, zu wenig Rüstungsausgaben und überhaupt, was diese Kanzlerin macht, diese Merkel, very sad das alles, sehr traurig. Aber nun schlägt Deutschland zurück. Smart, intelligent, ohne Schaum vorm Mund.

Mund ist das richtige Stichwort. Denn das Ispringer Unternehmen Dentaurum, einer der führenden Hersteller von Medizintechnik für Zahnärzte und Zahntechniker, will Trump zwar nicht den Zahn des Zorns ziehen – sich aber mit den eigenen bescheidenen Mitteln gegen den neuen Leitgedanken America first, Amerika zuerst, wehren.

Dentaurum verbannt das ur-amerikanische Getränk Coca-Cola aus dem Schulungszentrum und setzt stattdessen auf einen regionalen Anbieter. Bislang in den Kursräumen, künftig auch in den Getränkeautomaten. „Das hilft der regionalen Wirtschaft“, sagt Dentaurum Geschäftsführer Marc Stephen Pace. Und nebenbei zeige man, dass man sich gegen Trumps Protektionismus durchaus wehren könne. „Dann heißt es eben ‚Germany first‘.“

Das ist übrigens durchaus mutig: Dentaurum liefert in 130 Länder, darunter den Iran. Also ein Land, das Trump noch weniger mag als Deutschland. Außerdem gibt’s eine Tochterfirma in den USA und demnächst erhält Pace Besuch von der US-Zulassungsbehörde für Medizintechnik.

„Was für ein Zufall“, sagt Pace und lacht. Daran, dass das Imperium aus Trump und Coca-Cola so schnell zurückschlägt, glaubt er zwar selbst nicht. Aber andererseits – bei Trump weiß man nie . . .