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Symbolbild: Adobe Stock

Der Ärger der Autofahrer dürfte beim Tanken künftig wachsen: Opec hält das Erdöl knapp

Wien. Die 24 Staaten der „Opec+“-Runde setzen auch weiterhin auf Erdöl-Förderlimits. Saudi-Arabien und Russland inszenieren den neuen Deal als Zeichen für ihre große Einigkeit.

Der Ärger der Autofahrer dürfte beim Tanken künftig wachsen. Das Ölkartell Opec und die mit ihm kooperierenden Staaten wie Russland haben sich für weitere neun Monate auf Erdöl-Förderlimits verständigt. Die 14 Opec-Staaten und die zehn Nicht-Opec-Länder einigten sich bei ihrem Treffen gestern in Wien darauf, die bereits seit Dezember 2018 geltenden Produktionsquoten beizubehalten. Das teilten der venezolanische Ölminister Manuel Salvador Quevedo Fernandez und der russische Energieminister Alexander Nowak mit. Die Verbraucher müssen sich aller Voraussicht nach auf höhere Preise für Benzin und Heizöl einstellen„Das zu erwartende Angebotsdefizit sollte die Ölpreise in den kommenden Wochen weiter steigen lassen“, schrieb Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch gestern über die erwartete Einigung. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris geht davon aus, dass der globale Ölmarkt im zweiten Halbjahr 2019 unterversorgt sein wird. Das würde die Ölpreise nach oben treiben. Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih erklärte zudem seine Zuversicht, dass mit den Ergebnissen des G20-Gipfel im japanischen Osaka am vergangenen Wochenende die weltweite Konjunktur wieder in Schwung kommen wird.

Auf die aktuellen und jetzt verlängerten Förderquoten verständigten sich die Partner im Dezember 2018. Der nun verlängerte Deal sieht vor, weiter 1,2 Millionen Barrel (ein Barrell entspricht 159 Litern) Öl pro Tag weniger zu fördern. Dabei entfallen 800.000 Barrel auf die Opec-Staaten, die restlichen 400.000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder. Die Kürzung wurde in den vergangenen Monaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris übererfüllt.

Die 14 Opec-Staaten pumpen gemeinsam rund ein Drittel des gesamten Ölangebots aus dem Boden, die 24 „Opec+“-Staaten gemeinsam fast die Hälfte.