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Die chinesische Landeswährung verliert an Wert. ROLEX DELA PENA
Die chinesische Landeswährung verliert an Wert. ROLEX DELA PENA
12.08.2015

Der Glanz verblasst

Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China verlieren weiter an Schwung. Richtig düster steht es um Brasilien. Die Industrie im fünftgrößten Land der Erde ist in der ersten Jahreshälfte um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit schießt in die Höhe, und die Behörden rechnen für dieses Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 1,1 Prozent, nach plus 0,1 Prozent im Vorjahr. Die Inflation ist mit knapp zehn Prozent auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.

Auch die russische Wirtschaft steckt in der Klemme. Die Talfahrt der Ölpreise macht dem von Rohstoffen abhängigen Riesenreich mächtig zu schaffen. Hinzu kommen westliche Sanktionen im Zuge der Ukrainekrise. Der zeitgleich schwache Rubel macht alles noch schlimmer und treibt die Inflation auf über 15 Prozent. Gleichzeitig wollen die Notenbanker mit möglichst niedrigen Zinsen die Wirtschaft wieder auf Trab bringen. Das aber schwächt den Rubel weiter. Die russische Wirtschaft ist laut Zahlen vom Montagabend von April bis Juni um fast fünf Prozent geschrumpft.

Mit einem jüngst gemeldeten Wachstum von 7,3 Prozent kommt die indische Wirtschaft anscheinend wieder in Fahrt. Doch auch der Zentralbankchef sieht diese Zahlen mit Skepsis, denn die Regierung hat die Berechnungsmethode geändert – und sich mehr als zwei Prozent dazu addiert.

Mit einem Rekordeingriff hat Chinas Zentralbank den Yuan (Renminbi) auf Talfahrt geschickt. Die Landeswährung wurde zum US-Dollar gestern um knapp zwei Prozent gesenkt und rutschte damit im Vergleich mit der US-Währung auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Der von Chinas Notenbank geschwächte Yuan soll die Exporte stärken, indem er chinesische Waren im Ausland billiger macht.