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Der Kauf von Heizöl könnte noch günstiger werden.
Der Kauf von Heizöl könnte noch günstiger werden.
15.01.2016

Der Ölpreis fällt und fällt

Die Verbraucher in Deutschland haben 2015 mehr als 13 Milliarden Euro gespart, weil die Ölpreise so stark gefallen sind. Zum Jahresbeginn gaben die Preise nochmals um 20 Prozent nach. Öl kostet nur noch ein Viertel von dem, was vor vier Jahren zu bezahlen war.

Ist der Preisrutsch eine nachhaltige Entwicklung oder geht es mit den Ölpreisen bald wieder aufwärts?

Rohöl unterliegt seit jeher großen Preisschwankungen, die über einen längeren Zeitraum nicht vorhersehbar sind. Von 2011 bis 2014 ließ eine Hochpreisphase mit Preisen von mehr als 100 Dollar je Barrel (159 Liter) die Kassen der Ölproduzenten klingeln, die daraufhin kräftig in die Ausweitung der Kapazitäten investierten. Nun fließt das Öl. Beim aktuellen Preis von 30 Dollar je Barrel werden dagegen Investitionen gestrichen oder verschoben. Deshalb wird das Angebot knapper – aber erst in einigen Jahren.

Dann bleibt Öl erst einmal billig?

Das vermuten fast alle Marktbeobachter aus dem Finanzsektor und bei internationalen Institutionen. Die kurzfristigen Faktoren, die zu den niedrigen Preisen geführt haben, sind alle unverändert wirksam. Dazu zählen die hohe Produktion in den USA aus Schieferöl, die fehlende Reaktion der Opec, die weiter auf hohem Niveau fördert, und die schwächelnde weltweite Nachfrage. Ärmere Ölländer wie Venezuela fördern Öl auf Teufel kaum raus, um Geld in ihre Staatskassen zu bekommen. Das gilt auch für Russland.

Und wo liegt die Untergrenze für den Ölpreis?

Rein theoretisch gibt es keine Untergrenze. Manche Analysten sprechen schon von Ölpreisen von 20 Dollar, andere von zehn Dollar, so wie in den 1990er-Jahren. Jeden Tag werden mindestens eine Million Barrel mehr Öl produziert als verbraucht. Die Lager sind voll; in den USA liegen die Bestände um 25 Prozent über dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der Preis kann sogar auf Null fallen, wenn die Lager die Ölmengen nicht mehr aufnehmen können. Dieses Phänomen ist zum Beispiel bei überschüssigen Strommengen zu beobachten.

Dann kann ich mit dem Kauf von Heizöl noch warten?

Heizöl kostet gegenwärtig rund 40 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer). Solche Preise gab es zuletzt 2004. Doch das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Trotz der zwölfjährigen Tiefpreise raten wir dem Verbraucher, mit dem großen Einbunkerungskauf noch abzuwarten – denn das iranische Öl wird auch noch kommen“, heißt es auf der Internet-Seite des Messgeräteherstellers Tecson. Und das werde zweifelsohne weiteren Preisdruck bringen.