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Es sieht nicht gut aus: dunkle Wolken über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Es sieht nicht gut aus: dunkle Wolken über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
10.02.2016

Deutsche Bank muss eigene Stärke betonen

Nach dem dramatischen Kurssturz kämpft die Deutsche Bank um das Vertrauen der Investoren. Vorstandschef John Cryan betonte die Stärke des größten deutschen Geldhauses. „Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist“, schreibt der Brite in einer am Dienstag veröffentlichten Botschaft an die Mitarbeiter des Dax-Konzerns.

Wegen des besorgniserregenden Kurssturzes an den Börsen sah sich das Institut am Montagabend zu einem ungewöhnlichen Schritt genötigt und gab ein öffentliches Bekenntnis zu seiner Zahlungsfähigkeit ab: Die Bank versicherte, 2015 und 2016 voraussichtlich genügend Geld zu haben, um die Zinsen auch auf neue, besonders riskante Schuldscheine zahlen zu können. Am Montag war der Aktienkurs der Deutschen Bank auf den tiefsten Stand seit Anfang der 1990er-Jahre gerutscht.

„Der Markt hat sich auch besorgt gezeigt, ob unsere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ausreichen. Diese Sorge teile ich keineswegs“, schreibt Cryan. „Wir werden unsere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im laufenden Jahr sehr wahrscheinlich aufstocken müssen. Dies ist jedoch bereits in unserem Finanzplan berücksichtigt.“ Derzeit belaufen sich die Rückstellungen für mögliche juristische Niederlagen auf rund 5,5 Milliarden Euro. Cryan, der den Konzern seit Juli 2015 führt, bekräftigte, er werde sich „persönlich darum kümmern, offene regulatorische Fälle und Rechtsstreitigkeiten erfolgreich und schnell beizulegen“. 2015 war die Deutsche Bank wegen teurer Rechtsstreitigkeiten, Abschreibungen und Kosten für die geplante Streichung von netto 9000 Stellen mit 6,8 Milliarden Euro in die roten Zahlen gestürzt.

Die Beruhigungspille wirkte bei Anlegern allerdings nur kurzzeitig. Deutsche-Bank-Aktien legten am Dienstag zwar zeitweise als Spitzenreiter im Dax um gut drei Prozent zu, lagen am frühen Nachmittag aber wieder im Minus bei etwa 13,50 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Bank fast 40 Prozent an Wert verloren.