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Viel zu tun hat Elektriker Mario Schütt beim Maschinenbauer USK. Foto: dpa
Viel zu tun hat Elektriker Mario Schütt beim Maschinenbauer USK. Foto: dpa
16.11.2016

Deutsche Wirtschaft drosselt ihr Wachstumstempo

Wiesbaden. Der Gegenwind für die deutsche Konjunktur nimmt zu: Das zeigt sich an den Zahlen des dritten Quartals. Der Export schwächelt nach dem Brexit-Votum, Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Das Wachstum von Europas größter Volkswirtschaft halbiert sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal auf 0,2 Prozent. Rauer könnte das Klima im kommenden Jahr werden, wenn Donald Trump sein Amt als US-Präsident antritt und die Briten tatsächlich die Scheidung von der Europäischen Union einleiten.

„Die Abstimmungen in den USA und Großbritannien haben Abschottung und Protektionismus binnen weniger Monate auf einen Spitzenplatz in der Tabelle der globalen Risiken für unser Wachstum katapultiert“, sagt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Die USA sind für Waren „Made in Germany“ der wichtigste Einzelmarkt, Großbritannien ist der drittwichtigste. Mehr als 1,5 Millionen deutsche Jobs hängen laut Ifo-Institut derzeit am US-Geschäft.

Trump hatte im Wahlkampf Freihandelsabkommen kritisiert und protektionistische Töne angeschlagen. „Der seit zwei Jahren stagnierende Welthandel dürfte in diesem Umfeld wohl nicht zu alter Stärke finden“, fürchtet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Auf lange Sicht ist der Protektionismus Trumps ein Problem für das Exportland Deutschland.“

Auch der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank Vítor Constâncio warnt vor einer zunehmenden Abschottung der Märkte. „Der Welthandel, der bereits recht schwach ist, könnte weiter zusammenbrechen und alle offenen Volkswirtschaften treffen.