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09.02.2016

Deutschem Arbeitsmarkt fehlt die Qualität

Berlin. Mit konkreten Obergrenzen tut sich die Politik in der Flüchtlingsdebatte bekanntlich schwer. Nun hat das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, eine Zahl genannt: Jährlich 350.000 Menschen hält er für problemlos in den Arbeitsmarkt integrierbar.

Der Jobmotor in Deutschland brummt. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 43 Millionen Menschen erwerbstätig – so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Nach Einschätzung von Scheele könne der Arbeitsmarkt deshalb auch eine hohe Zahl von Zuwanderern locker verkraften. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist Scheeles Aussage nur theoretisch von Belang. „Wir haben eine problematische Struktur. Das heißt, die wenig Qualifizierten sind nur sehr schwer in Jobs zu bringen“, erläuterte der DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. Auf eine freie Stelle, die bei der Bundesagentur gemeldet sei, kämen derzeit 15 Arbeitslose, die sich nur für einfache Tätigkeiten eigneten.