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30.06.2009

Die Arbeitslosigkeit in der Region steigt weiter an

PFORZHEIM. Die Stadt Pforzheim hat mit 10,4 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg und liegt damit abgeschlagen hinter dem Vorletzten, der Stadt Mannheim mit einer Quote von neun Prozent.

Dass sich im Vergleich mit dem Monat Mai in der Goldstadt die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 28 Betroffene erhöht hat, blieb für die Position auf der Rangliste ohne Belang: Pforzheim trägt auch weiterhin die „rote Laterne“ unter den baden-württembergischen Städten, hat Ende Juni mit 10,4 Prozent nicht nur die höchste Arbeitslosigkeit, sondern weist auch als einzige Stadt eine zweistellige Quote aus. Der Enzkreis legte zwar um 0,1 Prozentpunkte zu, ist damit aber erst bei 4,5 Prozent. Diese Ergebnisse gab die Arbeitsagentur in ihrem gestern vorgelegten Bericht bekannt.

In absoluten Zahlen stellt sich die Lage im Juni nach Angaben der Arbeitsagentur Pforzheim so dar: Im Stadtkreis Pforzheim waren 6176 (Mai: 6148) Personen arbeitslos gemeldet. Im Enzkreis hingegen wurden 4639 (Mai: 4526) Arbeitslose gezählt, also 113 Personen mehr als im Mai. Damit hat sich die Situation im Landkreis schlechter entwickelt als in der Stadt – zumindest beim Zuwachs. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen in der Goldstadt sind auf Hartz-IV-Niveau. Diese Betroffenen werden in Pforzheim in der so genannten Arge (Arbeitsgemeinschaft) Jobcenter betreut, im Enzkreis ist dies der „Rechtskreis SGB II“. So gehören mit 3696 (Mai: 3685) Personen immerhin 59,8 Prozent der Arbeitslosen in den Zuständigkeitsbereich der Arge Jobcenter. Beim Enzkreis entfallen mit 1641 (Mai: 1633) Arbeitslosen dagegen nur 35,4 Prozent auf SGB II. Zu diesem Rechtskreis beziehungsweise zum Jobcenter zählen alle arbeitslosen Personen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld II nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II), Grundsicherung für Arbeitsuchende, haben. „Während in der Stadt Pforzheim der Rechtskreis SGB II dominiert, ist dies im Enzkreis noch immer umgekehrt“, stellt die Arbeitsagentur in ihrem Bericht fest.

Für Kurzarbeit haben sich rund 700 Betriebe angemeldet. Von Januar bis Mai dieses Jahres wurde dieses Instrument damit für mehr als 14 000 Personen in Anspruch genommen, heißt es in dem Pforzheimer Agenturbericht. Demnach sind im gesamten Geschäftsbereich (Pforzheim und Enzkreis) mit 2252 Personen immerhin 20,8 Prozent von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, „das sind 34 mehr als im Mai und 270 mehr als vor einem Jahr“, heißt es in der jüngsten Vorlage der Zahlen.

Rund 2800 Arbeitslose, also 26 Prozent, gehören der Altersgruppe der über 50-Jährigen an: „Im Vorjahresvergleich kommen sie damit absolut auf den höchsten Anstieg“, gab die Agentur ein Plus von 948 an. Einzig bei der Gruppe der unter 25-Jährigen gab es eine positive Entwicklung. Mit 1125 Personen gab es hier einen Anteil von 10,4 Prozent. Aus der Arbeitslosenstatistik herausgenommen wurden im vergangenen Monat 2139 Personen, was Agenturchef Walter Reiber vor allem zurückführt „auf die hohen Eintritte in Ausbildung oder Qualifizierung“. Demnach bildeten sich 628 Betroffene fort. 800 Personen wurden „wegen Krankheit oder mangelnder Verfügbarkeit abgemeldet“, hieß es. Lediglich 611 der ehemaligen Arbeitslosen haben einen Job bekommen. Mit Stand von gestern hatte die Arbeitsagentur 1178 freie Stellen im Angebot. Davon sind 807 Arbeitsplätze des ersten Arbeitsmarktes und 371 geförderte Beschäftigungsverhältnisse, also beispielsweise sogenannte Arbeitsgelegenheiten.

Die Branchenpalette der Angebote ist breit gefächert. Laut Agenturbericht haben folgende Stellensuchende gute Chancen: Schlosser, Mechaniker, Elektriker sowie Ingenieure und Techniker verschiedener Fachrichtungen, Bürokaufleute und Fachkräfte im Gesundheitswesen.