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Diesel-Fahrer können sich weiterhin über günstige Preise freuen.
Diesel-Fahrer können sich weiterhin über günstige Preise freuen. © Stratenschulte
22.12.2015

Dobrindt setzt auf Diesel

Berlin/Pforzheim. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Forderungen nach einer Erhöhung der Steuer auf Diesel zurückgewiesen. „Ich sehe keine Notwendigkeit, an der Besteuerung für den Diesel etwas zu ändern“, sagte der Politiker gestern. Es gebe überzeugende Gründe, weiter auf den Kraftstoff zu setzen. Diesel-Motoren leisteten „durch die CO2-Einsparung einen wertvollen Beitrag, dass wir unsere Klimaziele erreichen können.

Der Diesel wird als hoch effiziente Kraftquelle nach wie vor bei der Mobilität eine große Rolle spielen müssen.“ Im Gegensatz zu Benzin- und Superkraftstoff (66,45 Cent pro Liter) gilt für Diesel (47,04 Cent) ein vergünstigter Steuersatz. Das Umweltbundesamt hatte dem Gesetzgeber vergangene Woche die Abschaffung dieser Regelung empfohlen, die auch als versteckte Subvention für das dieselgetriebene Transportgewerbe gilt. Mitte November sprach sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace angesichts erhöhter Schadstoff-Messwerte in vielen deutschen Städten für eine höhere Dieselsteuer aus.

Freuen können sich indes alle: Die Preise für Rohöl gaben zum Wochenbeginn abermals nach. Weil dadurch auch Benzin und Heizöl billiger werden, sparen Verbraucher Milliarden. Der Dieselpreis, der während des Jahres meist zwischen 1,10 und 1,20 Euro lag, ging zuletzt auf weniger als einen Euro zurück. In Pforzheim kostete der Liter gestern 99,9 Cent.

Nachdem sie schon Anfang Dezember nach einem Ministertreffen des Opec-Kartells erneut abgerutscht waren, gingen die Preise für das „schwarze Gold“ kurz vor Weihnachten noch deutlicher in den Keller. Eine Trendwende ist laut Experten nicht in Sicht. Öl aus der Nordsee war gestern so billig wie seit elf Jahren nicht mehr. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Februar kostete zwischenzeitlich 36,17 US-Dollar – seit 2004 war es nicht so günstig gewesen. Analysten bezeichnen die Stimmung am Ölmarkt als unverändert schlecht, eine Erholung sei nicht absehbar. „Es hat kein signifikantes Zeichen einer anziehenden Nachfrage gegeben, und wir haben keine bedeutenden Rückgänge bei der Produktion gesehen“, sagte Ric Spooner vom australischen Finanzdienstleister CMC Markets.

Grundsätzlich haben die Ölförderländer und die großen internationalen Rohstoffkonzerne mit einem überhöhten Angebot bei abflauender Nachfrage zu kämpfen. Die Nachwehen des jüngsten Treffens der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien sorgten für zusätzlichen Druck, meinte Frank Schallenberger, Rohstoffexperte bei der Landesbank Baden-Württemberg. In diesem Jahr verbilligte sich das Öl um 37 Prozent. Kommentar