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Pforzheim hat jetzt eine Arbeitslosenquote in Höhe von 7,9 Prozent. Die Städte Freiburg (6,3 Prozent), Heilbronn (6,1 Prozent) sowie Mannheim (6,0 Prozent) sind in Baden-Württemberg ebenfalls stark von Arbeitslosigkeit betroffen, bleiben aber in der Quote deutlich unter dem schlechten Wert von Pforzheim.
Pforzheim hat jetzt eine Arbeitslosenquote in Höhe von 7,9 Prozent. Die Städte Freiburg (6,3 Prozent), Heilbronn (6,1 Prozent) sowie Mannheim (6,0 Prozent) sind in Baden-Württemberg ebenfalls stark von Arbeitslosigkeit betroffen, bleiben aber in der Quote deutlich unter dem schlechten Wert von Pforzheim. © dpa
30.08.2012

Dritter Monat in Folge mehr Arbeitslose in Region

Im August ist die Arbeitslosigkeit in Pforzheim und dem Enzkreis im dritten Monat in Folge angestiegen. Es waren 7780 Arbeitslose und somit 322 mehr als im Juli und 71 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote reagierte mit einem Anstieg um zwei Zehntelprozentpunkte auf 4,8 Prozent. Mit dieser Zunahme war zu rechnen, weil zum Beginn der Urlaubszeit saisonüblich Ausbildungsverhältnisse und Schulbesuche enden und oftmals eine Anschlussbeschäftigung erst im Herbst erfolgt“, nennt Jürgen Schwab, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur die Gründe dieser Entwicklung.

Auch im August war Pforzheim unter den landesweiten Stadt- und Landkreisen die Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote stieg in der Goldstadt um 0,2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent. Zum Vergleich: Die Städte Freiburg (6,3 Prozent), Heilbronn (6,1 Prozent) sowie Mannheim (6,0 Prozent) sind ebenfalls stark von Arbeitslosigkeit betroffen, bleiben aber in der Quote deutlich unter dem schlechten Wert von Pforzheim.

„Trotz leicht steigender Arbeitslosigkeit brachte es der Enzkreis im August auf die zweitniedrigste Arbeitslosenquote landesweit“, berichtet Jürgen Schwab. Ein Plus von 183 Arbeitslosen war zwar mehr als in Pforzheim, aber die Quote reagierte nur mit einem Anstieg von einem Zehntelprozentpunkt auf 2,9 Prozent. In Baden-Württemberg wiesen im August insgesamt vier Kreise ein Quote mit einer Zwei vor dem Komma aus; dies waren: Biberach und der Bodenseekreis, beide 2,7 Prozent, sowie Ravensburg und der Enzkreis mit jeweils 2,9 Prozent.

Die Entwicklung im Agenturbezirk liegt im Trend der Gesamtbetrachtung des Landes Baden-Württemberg; 231.983 Arbeitslose und somit rund 12.500 mehr, ließen die Arbeitslosenquote auch mit einem Anstieg um 0,2 Prozentpunkte reagieren. Allerdings ergab sich hier eine Quote von 4,1 Prozent, also ein Anstieg auf deutlich niedrigerem Niveau als der Bereich Pforzheim/Enzkreis.

Im August waren es im Agenturbezirk 1935 Personen, die sich neu oder erneut arbeitslos meldeten, knapp 40 Prozent von ihnen kamen aus einer Erwerbstätigkeit und knapp 28 Prozent aus einer Ausbildung oder Förderungsmaßnahme. Jeder Dritte kam nach einer Krankheit oder nach einer Zeit ohne Verfügbarkeit erneut zur Arbeitslosmeldung. Im Gegenzug meldeten sich 1605 Arbeitslose ab, jeder Dritte von ihnen nahm eine Erwerbstätigkeit auf.

Die Kräftenachfrage gestaltete sich im August leicht rückläufig. Es waren 514 neue Personalanfragen, also 88 weniger als im Juli und knapp 300 weniger als vor einem Jahr. „Aufgrund der Urlaubszeit steigen viele Betriebe erst gegen Ende des Sommers in die Personalplanung erneut ein. Die Tatsache, dass man sich im vergangenen Jahr um Fachkräfte bemüht und diese an den Betrieb gebunden hat, führt zu einer rückläufigen Tendenz bei der Personalanforderung im Vorjahresvergleich“, berichtet Jürgen Schwab. Am Monatsende standen noch 1 738 unbesetzte Stellen zur Verfügung.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Zuständigkeitsbereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) nahm die Arbeitslosigkeit im August um 308 zu. Insgesamt waren 3245 Personen arbeitslos gemeldet. Von ihnen verteilen sich 1389 auf die Stadt Pforzheim (42,8 Prozent) und 1856 (57,2 Prozent) auf den Enzkreis.

Betroffen waren vor allem jüngere Arbeitslose bis 25 Jahre mit 583 Personen und ausländische Arbeitslose, deren Anzahl um 69 gegenüber dem Vormonat auf 640 anstieg. Im Agenturbezirk Pforzheim werden 41,7 Prozent (Vormonat: 39,4 Prozent) aller Arbeitslosen durch die Arbeitsagentur betreut.

Entwicklung in der Grundsicherung

Die Anzahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II hielt annähernd das Vormonatsniveau. Innerhalb der vergangenen vier Wochen stieg diese Zahl nur um 14 an; im Vorjahresvergleich waren es sogar 230 Personen weniger. Am Monatsende wurden 4 535 Personen in der Zuständigkeit der Grundsicherung (SGB II) betreut; ein Anteil von 58,3 Prozent an der Gesamtarbeitslosigkeit. Das Jobcenter Stadt Pforzheim ist für 74,0 Prozent der Bezieher von Grundsicherungsleistungen zuständig (3 354); das Jobcenter Enzkreis betreut die restlichen 26,0 Prozent (1 181).

Regionaler Arbeitsmarkt in Mühlacker

Im Bezirk der Geschäftsstelle Mühlacker mit der Stadt Mühlacker und dem östlichen Enzkreis waren 1023 Personen arbeitslos, 34 mehr als im Juli und auch im Berichtsmonat um 69 unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote stieg um einen Zehntelprozentpunkt auf 3,2 Prozent (Vorjahr: 3,4 Prozent). Die Betriebe meldeten Bedarf für 139 Arbeitskräfte an; 15 mehr als im Juli und zehn weniger als vor einem Jahr. Am Monatsende waren es noch 393 freie Stellen.

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