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Der Stein des Anstoßes: Ein VW-Dieselmotor 2,0 TDI. Foto: dpa
Der Stein des Anstoßes: Ein VW-Dieselmotor 2,0 TDI. Foto: dpa
08.09.2017

Druck auf VW wächst: Brüssel mahnt rasche Reparaturen an

Brüssel. Im Diesel-Skandal erhöhen die europäischen Verbraucherschutzbehörden den Druck auf Volkswagen, alle gut acht Millionen betroffenen Fahrzeuge rasch zu reparieren. Man habe Hinweise, dass viele der Autos noch nicht nachgerüstet seien, erklärte die EU-Kommission gestern in Brüssel.

Der deutsche Autobauer solle nun binnen eines Monats bestätigen, dass die Nachrüstung wie versprochen im Herbst 2017 abgeschlossen werde, schrieben die nationalen Behörden gemeinsam mit der EU-Kommission an VW. Andernfalls drohten Schritte in einzelnen Mitgliedstaaten.

Es geht um Autos, die wegen manipulierter Testverfahren die Vorgaben für ihre Zulassung eigentlich nicht erfüllen. Volkswagen müsse alle Wagen so instandsetzen, dass sie den Zulassungsregeln entsprechen, erklärte EU-Kommissarin Vera Jourova. Zudem müsse der Hersteller eine Garantie abgeben, falls nach den Reparaturen Probleme aufträten.

Über das Schreiben hatte zuerst das „Handelsblatt“ (Donnerstag) berichtet. „Volkswagen sollte sicherstellen, dass für die von dem Unternehmen verursachten Probleme Abhilfe geschaffen wird“, zitiert die Zeitung aus dem Brief. VW hatte zugesagt, bis Herbst 2017 alle mit Manipulations-Software ausgestatteten Fahrzeuge auf eigene Kosten zu reparieren.

Die Schweizer Verbraucherschutz-Stiftung SKS hat unterdessen wegen der Abgas-Manipulationen gegen VW und dessen Generalimporteur Amag in Zürich Klage eingereicht. Rund 180 000 VW-Fahrer sollen nach ihrem Willen bis zu 7000 Franken (gut 6100 Euro) Schadenersatz erhalten, wie die Stiftung gestern mitteilte. Der Vorwurf lautet auf Irreführung.