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Mit 67,4 Prozent der Erwerbsfähigen, die einer Beschäftigung nachgehen, liegt Pforzheim bundesweit auf Rang 6.  Foto: Ketterl
Mit 67,4 Prozent der Erwerbsfähigen, die einer Beschäftigung nachgehen, liegt Pforzheim bundesweit auf Rang 6. Foto: Ketterl
27.11.2015

Dynamik im Städteranking: Pforzheim auf der Überholspur

München ist und bleibt das Maß der Dinge beim jährlichen Städteranking der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“. Die bayerische Landeshauptstadt liegt seit langem nach Einkommen, Wirtschaftskraft und Lebensqualität mit Abstand vorn. Ganz vorne dabei Stuttgart (4.), Ulm (8.) und Karlsruhe (10.). Schlusslicht bleibt Gelsenkirchen (Platz 69). Doch erstmals wurden auch Merkmale für die Zukunftsfähigkeit ausgewertet, und da ist plötzlich das hessische Darmstadt Spitze. Mit Jena auf Platz vier schafft es in dieser Kategorie sogar eine Ost-Stadt ganz nach oben. Und auch Pforzheim glänzt.

Im sogenannten Dynamikranking, bei dem der Grad der Veränderung in den vergangenen fünf Jahren gemessen wird, verbesserte sich Pforzheim vom 32. auf den zwölften Platz. Somit gehört die Goldstadt zu den dynamischsten Städten Deutschlands.

Nach dem Tiefpunkt der Krise 2009 zeige sich ein durch die Industrie getriebener Aufschwung. Pforzheim habe die Folgen überwunden und dabei von seiner hohen Dichte an erfolgreichen Industrieunternehmen profitiert. Dies kann zurückgeführt werden auf die Stärke in Wachstumsbranchen wie der Präzisionstechnik und den kreativen Dienstleistungen. Es zeigt sich eine vielversprechende Entwicklung beim (Zu-)Wanderungssaldo (Platz 5). Auch bei der Entwicklung des Anteils der Arbeitslosengeld II-Bezieher konnte Pforzheim sich deutlich verbessern. Ähnlich verhielt es sich bei der Jugendarbeitslosigkeit (Platz 17).

Mit einem 29. Platz liegt die Goldstadt beim Niveauranking im Mittelfeld und kann gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze gutmachen. Dabei zeigt sich die Stärke der Wirtschaftsstruktur Pforzheims. Mit jeweils einem fünften Platz in den Kategorien Bruttoinlandsprodukt und Gewerbesaldo und einem achten Rang bei der Produktivität hebt sich Pforzheim hervor. Bemängelt wird die relativ geringe Zahl von Abiturienten (11,7 Prozent) und die schlechte Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen.

Beim Zukunftsindex liegt Pforzheim auf dem 31. Platz. Die Stärken der Stadt liegen in einem hohen Anteil der Beschäftigten im Bereich der kreativen Dienstleistungen (Platz 2) und relativ vielen angemeldeten Patenten sowie Theater- und Opernbesuchen (jeweils Platz 13).

Beim jährlichen Städteranking werden 93 verschiedene Merkmale von den 69 kreisfreien Großstädten über 100.000 Einwohner miteinander verglichen. Das reicht von der Arbeitslosenquote über die Steuer- und Wirtschaftskraft bis zur Versorgung mit Kita-Plätzen. Diese Merkmale werden dann unterschiedlich gewichtet. Die Untersuchung, die auch vom Immobilienportal Scout 24 mitfinanziert und vom Institut für Wirtschaftsforschung Köln durchgeführt wird, ist wirtschaftsnah. So fließen etwa steigende Immobilienpreise und Mieten positiv ein – das dürften Mieter und Wohnungssuchende anders sehen.

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