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12.08.2015

EU-Jugendarbeitslosigkeit: Deutschland bleibt Ausnahme

Wiesbaden. Die Zahl junger Menschen ohne Job in Deutschland ist dank des Booms auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen war 2014 mit 7,7 Prozent die niedrigste in der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt gestern anlässlich des Internationalen Tages der Jugend mitteilte. Demnach waren hierzulande 330 000 Jugendliche auf der Suche nach einem Job, 2005 waren es noch 745 000 gewesen. In der gesamten EU betrug die Erwerbslosenquote junger Menschen 22,2 Prozent. Am höchsten war sie in Spanien (53,2 Prozent) und Griechenland (52,4 Prozent).

Trotz des Rückgangs lag die Quote in Deutschland über der Gesamtrate (15- bis 64-Jährige) von 5,1 Prozent im vergangenen Jahr. Knapp 30 Prozent der erwerbslosen jungen Menschen machten in Deutschland eine Ausbildung oder Weiterbildung. Zu den Erwerbslosen werden auch diejenigen gezählt, die einen Nebenjob suchen, zum Beispiel Schüler. Der Anteil der nichterwerbstätigen Jugendlichen, die keine Ausbildung oder Weiterbildung machten, sank seit 2005 von 10,9 Prozent auf 6,4 Prozent. Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit hinter den Niederlanden (5,0 Prozent), Dänemark (5,8 Prozent) und Luxemburg (6,3 Prozent).

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, mahnte, in vielen Ländern Europas müssten noch Strukturen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit geschaffen werden – für frühe Berufsberatung, Vermittlung und die Verbesserung von Ausbildung. „Wenn das Geld hier richtig eingesetzt wird, um diese Strukturen aufzubauen, ist das sehr sinnvoll.“ Nur auf kurzfristige Arbeitsmarktprogramme zu setzen, sei keine gute Lösung.

Die EU-Länder hatten sich im Sommer 2013 zu dieser „Jugendgarantie“ verpflichtet. Junge Frauen und Männer sollen innerhalb von vier Monaten entweder eine Arbeitsstelle, einen Praktikums- oder einen Weiterbildungsplatz angeboten bekommen. Die EU stellt dafür sechs Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 bereit. dpa