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Franziska Höhne in ihrer Goldschmiedewerkstatt bei der täglichen Arbeit. Warzecha
Franziska Höhne in ihrer Goldschmiedewerkstatt bei der täglichen Arbeit. Warzecha
Schätzt die gute Infrastruktur in der Goldstadt: Jasmina Jovy.
Schätzt die gute Infrastruktur in der Goldstadt: Jasmina Jovy.
11.03.2016

Echte Handarbeit setzt Akzente: Franziska Höhne und Jasmina Jovy im EMMA Kreativzentrum der Goldstadt

Pforzheim ist und bleibt die Schmuck- und Uhrenstadt. Wenn auch nicht mehr ein Großteil der Einwohner in der Traditionsindustrie beschäftigt ist, spielt Schmuck noch immer eine wichtige Rolle – zumal im nächsten Jahr das 250-jährige Bestehen der Traditionsindustrien gefeiert wird.

Ist Pforzheim immer noch ein Schmuckparadies? Zumindest die beiden Schmuckdesignerinnen Jasmina Jovy (33) und Franziska Höhne (28) lassen mit ihren Arbeiten darauf schließen. Was aber bewegt eine marketingorientierte Schmuckdesignerin mit Erfahrungen in der Weltstadt Berlin und eine Goldschmiedemeisterin sowie Studentin in den letzten Zügen ihres Bachelorstudiums an der Hochschule Pforzheim dazu, sich den heutigen Herausforderungen der Branche zu stellen?

Gerade im EMMA Kreativzentrum ist der Gedanke präsent, die guten alten Werte Pforzheims zu bewahren – als Grundlage neuer Produkt- und Geschäftsideen, zum Beispiel von Jasmina Jovy und Franziska Höhne. Beide kommen aus der Schmuckherstellung und haben sich inzwischen in Richtung Schmuckdesign weiterentwickelt. Jovy ist bereits gut mit dabei, sich dauerhafte Ausstellungs- und Vertriebsmöglichkeiten zu sichern. Höhne legt den Schwerpunkt ihrer Arbeit momentan darauf, eine eigene Marke zu entwickeln. Sie bedauert, dass es nicht mehr so viele Schmuckhersteller und -produzenten gibt wie noch vor einigen Jahren.

Jovy sieht in Bezug auf den Schmuck in Pforzheim mehr gute als schlechte Aspekte, zum Beispiel die gute Infrastruktur und die kurzen Wege zu allen Beteiligten an der Produktionskette.

Beide lieben ihr Handwerk, haben sich aber dazu entschlossen, sich ausgehend von der Schmuckherstellung in Zukunft aufs Design zu konzentrieren. Beide fokussieren sich auf das einzelne Schmuckstück. Jasmina Jovy denkt dabei daran, jedes einzelne Schmuckstück immer wieder in neuen, einzigartigen Kreationen zu überarbeiten, in männlicher und weiblicher Variante.

Franziska Höhne ist es wichtig, auch quasi „Schmuck zum Mitnehmen“ zu produzieren, den die Besucher entsprechender Werkschauen direkt vor Ort kaufen können, weswegen sie diese Kreationen auch vergleichsweise erschwinglich präsentiert.

Sie lässt die Kunden das Schmuckstück entsprechend mitbestimmen und gestaltet es auf den individuellen Wunsch hin, zum Beispiel dann, wenn es sich um Trauringe handelt.

Jasmina Jovy dahingegen sieht sich eher als jemand, der mehr Schwung in die ihrer Meinung nach recht konservativ erscheinende Struktur der Branche bringen möchte. Ihre jeweilige Produktidee? Jovy beruft sich auf drei Merkmale: „Unangepasste Individualität, technische Perfektion, avantgardistischer Echt-Schmuck.“ So soll das Produkt als Zielgruppe am besten die Frau erreichen, „die einfach gerne etwas Besonderes trägt“, unabhängig vom Alter. Franziska Höhne dahingegen ist es wichtig, dass ihre Schmuckkreationen sich durch die Adjektive „liebevoll, verspielt und individuell“ auszeichnen.

Während Jasmina Jovy bereits am Vertrieb ihrer Werke über die Topadressen der Branche arbeitet, möchte Franziska Höhne zuerst einmal ihr Studium abschließen und ihre eigene Marke so weit entwickeln, dass sie mitsamt dem Verkauf nach ihrem Studium gleich gut aufgestellt in die Selbstständigkeit starten kann.

Beide Künstlerinnen sind im Internet zu finden: www.jasminajovy.com

Facebook-Auftritt von Franziska Höhne: http://pzlink.de/42 Emma-Kreativzentrum: www.emma-pf.d