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Bald eins? Die Supermarktketten Kaiser’s Tengelmann und Edeka dürfen nach der Ministerentscheidung fusionieren.  dpa-Archiv
Bald eins? Die Supermarktketten Kaiser’s Tengelmann und Edeka dürfen nach der Ministerentscheidung fusionieren. dpa-Archiv
18.03.2016

Edeka will den angeschlagenen Rivalen Kaiser’s schlucken

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka darf die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann übernehmen und damit seine Marktführerschaft noch weiter ausbauen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gab am Donnerstag nach monatelangem Ringen grünes Licht für den umstrittenen Zusammenschluss.

Edeka muss im Gegenzug den Erhalt von knapp 16.000 Jobs bei Kaiser’s Tengelmann für mindestens sieben Jahre garantieren.

Trotz der strengen Auflagen sorgte die Ministererlaubnis bei Gegnern des Deals für Entrüstung. Der Chef der Monopolkommission, Daniel Zimmer, trat aus Protest gegen die Ausnahmegenehmigung zurück. Der Edeka-Konkurrent Rewe kündigte an, beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen die Ministererlaubnis einzulegen.

Mit seiner Sondergenehmigung hebelte Gabriel ein Verbot des Bundeskartellamts aus. Die Wettbewerbshüter fürchteten, dass durch den Zusammenschluss der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel weiter eingeschränkte werden könnte. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi beherrschen zusammen 85 Prozent des Markts.

Gabriel betonte, aus seiner Sicht sei der Schutz von Arbeitsplätzen bei Kaiser’s Tengelmann wichtiger als die Bedenken des Kartellamts: „Die Gemeinwohlgründe überwiegen die Wettbewerbsbeschränkung.“ Es gehe bei den Kaiser’s-Mitarbeitern um Menschen, die nicht zu den Gutverdienenden gehörten, erklärte der SPD-Chef. Ein Lagerarbeiter oder ein Metzger verdiene zwischen 1500 und knapp über 2000 Euro brutto im Monat.

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