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Im Berufungsprozess um eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe, die Media Saturn von einem seiner ehemaligen Topmanager fordert, wird am Dienstag das Urteil erwartet. Der Elektronikriese wirft dem Ex-Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook, die Annahme von Bestechungsgeldern vor.. Foto: dpa
Im Berufungsprozess um eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe, die Media Saturn von einem seiner ehemaligen Topmanager fordert, wird am Dienstag das Urteil erwartet. Der Elektronikriese wirft dem Ex-Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook, die Annahme von Bestechungsgeldern vor.. Foto: dpa
26.02.2019

Ehemaliger Media-Markt-Manager Rook steht wieder vor Gericht

Rosenheim. Im Berufungsprozess um eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe, die Media Saturn von einem seiner ehemaligen Topmanager fordert, wird heute das Urteil erwartet. Der Elektronikriese wirft dem Ex-Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook, die Annahme von Bestechungsgeldern vor. Das Unternehmen fordert rund 1,6 Millionen Euro von Rook, weil die Media-Saturn-Gruppe, zu der die Elektrohandelskette Media Markt gehört, dadurch an das Vermittlungsunternehmen zu viel gezahlt habe. Rook hat stets seine Unschuld beteuert.

Für Media Saturn zeichnet sich jedoch eine Schlappe vor dem 3. Zivilsenat des Oberlandesgerichts in Schleswig ab. In der mündlichen Verhandlung hatten die Richter durchblicken lassen, dass die Berufung wohl nicht zu viel Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

Rückblende: Im Dezember 2012 wurde Rook von der Wirtschaftskammer des Augsburger Landgerichts wegen Bestechlichkeit zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Er und ein ehemaliger Media-Markt-Regionalmanager für Süddeutschland wurden von einem ebenfalls angeklagten Unternehmer für exklusiv vergebene Aufträge bestochen. Rund zwei Millionen Euro Schmiergeld hätten die beiden Manager unter sich aufgeteilt, so die Überzeugung des Augsburger Gerichts. Der Ex-Regionalmanager belastete Rook schwer, indem er angab, sich das in bar gezahlte Schmiergeld mit diesem geteilt zu haben. Rook selbst bestreitet die Vorwürfe vehement. Am Ende stand für die Kammer dennoch fest: Es ist Rook, der lügt.

Der ehemalige Topmanager, der ab 2006 Media Markt Deutschland leitete und seit 2011 zudem in der Geschäftsführung der Media Saturn Holding saß, arbeitet heute als Unternehmensberater in Hamburg. Noch immer reagiert er mit Unverständnis, wenn er über den Prozess spricht. Dass gegen ihn ermittelt worden sei, sei bei den Vorwürfen verständlich gewesen, sagt Rook. Dass er angeklagt und dann auch noch verurteilt worden sei, hätte seiner Überzeugung nach mit Blick auf die Ermittlungsergebnisse nicht passieren dürfen. Rook sei sich immer sehr sicher gewesen, seine Unschuld in einer nächsten Instanz beweisen zu können. Die nächste Instanz – der Bundesgerichtshof – wies die Revision Rooks 2014 ab. Als ein Glücksfall für den 54-Jährigen erweist sich hingegen die Schadenersatzklage, die Media Saturn gegen ihn stellt. Diese wird in Schleswig-Holstein verhandelt, wo Rook lebt. Zuständig ist in erster Instanz die 6. Zivilkammer des Landgerichts Itzehoe. Die dortigen Richter kamen im Mai 2017 nach 16 Verhandlungstagen mit umfangreichen Vernehmungen sowie intensiver Überprüfung des Strafurteils zu einer komplett anderen Bewertung als die Kollegen aus Bayern.

Ein Erfolg im Zivilprozess würde Rook indes nicht reichen. Deshalb will dieser weiterkämpfen und eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens erreichen. „Dieses Urteil muss vom Tisch“, so Rook.