nach oben
07.05.2009

Ein Erfolg - PZ-Analyse zur Fusion von Porsche und VW

Es hätte schlimmer kommen können für Porsche. Hätte sich der Milliardärsclan Porsche/Piëch dafür entschieden, dass die Stuttgarter Sportwagenschmiede vom VW-Konzern übernommen wird – das war immerhin eine der möglichen Varianten –, dann wäre dies auf mittelfristige Sicht das Aus für die Identität von Porsche gewesen. Der Verfall des Edel-Images und damit der Geschäftsgrundlage wären vorprogrammiert gewesen. Insofern ist die Nachricht von der Fusion positiv.

Umfrage

Ist es sinnvoll, dass Porsche und VW zusammen gehen wollen?

Ja 0%
Nein 0%
Mir egal 0%
Stimmen gesamt 0

Seinen Traum vom Zuffenhausener David, der den Wolfsburger Goliath übernimmt, hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ohnehin schon ausgeträumt seit feststand, dass er sich mit der Aufstockung der Anteile an VW übernommen hat und ein Schuldenberg von neun Milliarden angehäuft worden ist.
Trotz dieser Niederlage kann der forsche Westfale einen Erfolg für sich verbuchen; Immerhin wurde die Fusionsidee von ihm und seinem Finanzvorstand Holger Härter konzipiert und vorgetragen. Sie haben sich damit gegen ihren erbitterten Widersacher, den VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, durchgesetzt. Dieser würde die schwäbische Edelautoschmiede viel lieber unter seine Fittiche nehmen und Wiedeking gerne in die Wüste schicken. Beides bleibt ihm vorerst verwehrt.
Indes: Piëch dürfte Wiedeking auch künftig mit Querschüssen die Arbeit erschweren. Mehr noch: Das Land Niedersachsen als einer der großen VW-Einzelaktionäre ist kein ausgewiesener Freund des Porsche-Chefs. Dieser wollte nämlich das VW-Gesetz und damit den überproportionalen Einfluss von Niedersachsen im Konzern beseitigen. Nicht zuletzt hat Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück seinen Gegenpart bei VW, Bernd Osterloh, wieder dichter auf der Pelle. Die beiden Spitzen der Arbeitnehmervertretung sind sich wegen Mitbestimmungsstreitigkeiten in der Porsche-Holding nicht sehr zugeneigt. Es gibt also noch genügend Konfliktpotenzial zu beseitigen.