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EnBW-Chef Frank Mastiaux  Schmidt
EnBW-Chef Frank Mastiaux Schmidt
22.03.2016

EnBW macht Profit mit Wind

Stuttgart/Karlsruhe. Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW hat 2015 trotz gesunkener Preise an den Strombörsen wieder Gewinn gemacht – ein wichtiger Grund waren jedoch Verkäufe von Wertpapieren. Die Karlsruher kündigten zudem an, ihren Sparkurs zu verschärfen.

Der Überschuss des Konzerns betrug im vergangenen Jahr fast 125 Millionen Euro, auch weil EnBW Aktien anderer Unternehmen abstieß. Im Vorjahr hatte es noch einen Verlust von knapp 466 Millionen Euro gegeben. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank das Ergebnis um 10,3 Prozent auf 1,918 Milliarden Euro, teilten die Karlsruher am Montag mit. Der Umsatz stieg 2015 leicht um 0,8 Prozent auf knapp 21,167 Milliarden Euro.

Belastet hätten das Unternehmen im laufenden Geschäft neben fallenden Großhandelspreisen für Strom Abschreibungen auf den konventionellen Kraftwerkspark sowie Rückstellungen von einer Milliarde Euro, berichtete Vorstandschef Frank Mastiaux in Stuttgart. Nach dem Wertpapierverkauf im ersten Halbjahr hatte der Überschuss von EnBW am Ende des dritten Quartals noch bei 710,8 Millionen Euro gelegen. Für 2016 rechnet Mastiaux mit weiter schwierigen Geschäften. Der Umbau von EnBW weg von Atom- und Kohlestrom hin zu Windenergie und Gas solle fortgesetzt werden.

Bei den Erneuerbaren konnte der Konzern im vorigen Jahr einen um mehr als die Hälfte gestiegenen Betriebsgewinn (287,4 Millionen Euro) verbuchen. EnBW hatte etwa stark in den Offshore-Windpark „Baltic 2“ in der Ostsee investiert.