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Kabel- und Schlauch-Aufrollsysteme sind die Spezialität von Athos in Hohenklingen, wie Geschäftsführer Rainer Ehlert Bürgermeister Heinz-Peter Hopp, Landrat Karl Röckinger und Hochschul-Rektor Ulrich Jautz (von links) demonstrierte. Foto: Kollros
Kabel- und Schlauch-Aufrollsysteme sind die Spezialität von Athos in Hohenklingen, wie Geschäftsführer Rainer Ehlert Bürgermeister Heinz-Peter Hopp, Landrat Karl Röckinger und Hochschul-Rektor Ulrich Jautz (von links) demonstrierte. Foto: Kollros
23.09.2015

Enzkreis-Landrat Karl Röckinger besucht Knittlinger Firmen Athos und Haberstroh

Knittlingen. Das Wirtschaftsgefüge in der Fauststadt besteht nicht nur aus großen, weltweit agierenden Unternehmen – auch Mittelständler sind mitunter global aufgestellt. Diese Erkenntnis gewann am Dienstag eine Gästedelegation um Landrat Karl Röckinger bei Informationsbesuchen in zwei mittelständischen Firmen. Bei Athos im Hohenklinger Gewerbegebiet „Köbler“ beschäftigt man sich mit Aufrolltechniken für Geräte, wie sie in jedem Haushalt zu finden sind, etwa Staubsauger und speziell den darin integrierten Kabelaufwicklern.

Die gleiche Technik findet man zunehmend auch in Bügeleisen, Mixern und in Haarfönen oder außer Haus in Hochdruckreinigern und in der Gartenschlauchbox etwa von Gardena, wie Geschäftsführer Rainer Ehlert zeigte. Der Produktionsstandort für Europa befindet sich zwar aus der Firmenhistorie bedingt in Slowenien, die Entwicklung von Systemen erfolgt für immer neue Anwendungsbereiche durch Ingenieure an den Kompetenzzentren in Knittlingen und Lüdenscheid, wo zusammen rund 20 Tüftler beschäftigt sind und ebenso der Vertrieb ansässig ist. Weitere Produktionsstandorte befinden sich in der Türkei und in China, insgesamt beschäftigt Athos in der Fertigung 360 Mitarbeiter.

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus dem Knittlinger Automobilzulieferer Holzschuh, der 1999 von der Krah-RWI-Gruppe im westfälischen Drolshagen übernommen wurde. 2006 entstand für das Segment Kabelaufroller und der damit einhergehenden Fusion mit dem Wettbewerber Atlanta (Lüdenscheid) die Tochtergesellschaft Athos, wobei sich die Firmierung aus Atlanta und Holzschuh ableitet.

Neueste Innovation von Athos ist laut Geschäftsführer Ehlert in Kooperation mit dem Hersteller von Ladesäulen für Elektro-Autos – Mennekes – ein darauf abgestimmtes Kabeleinrollsystem, das nach dem Laden der Batterie Kabel und Kupplung automatisch in der Säule verstaut.

Auf kreative Tüftler im Metall verarbeitenden Bereich stieß die Besucherdelegation in der Firma Haberstoh, ein aus der Drehteilefertigung hervorgegangenes Familienunternehmen, das 1961 von Egon Haberstroh gegründet wurde und nach dem Generationenwechsel Mitte der 1980er-Jahre mittlerweile von Axel und Markus Haberstoh in zweiter Generation geführt wird. Hochpräzise Drehteile werden noch heute hergestellt, etwa für die Einspritztechnologie für Hochsee-Schiffsmotoren. Und so nebenbei bemerkt Markus Haberstroh, dass man in maximal zwei Tagen „jedes Ersatzteil an jeden Hafen der Welt“ ausliefere. Zur Produktion kam der Handel mit Colchester-Harrison-Maschinen, Europas größtem Drehmaschinen-Hersteller. Für die Engländer ist Haberstroh Generalimporteur und Servicepartner in Süddeutschland. Ein weiteres Standbein haben sich die Knittlinger mit Lasermarkiersystemen von Electrox, ebenfalls aus England, aufgebaut. Mit diesem Segment steht Haberstroh in engem geschäftlichem Kontakt etwa mit Air Berlin oder Bayer-Medizintechnik. Wie die Brüder sagten, seien sie europaweit der umsatzstärkste Vertretung von Electrox.

Zur Delegation gehörte auch der Rektor der Hochschule in Pforzheim, Professor Ulrich Jautz, der unter anderem nachfragte, ob Verbindungen im Zusammenhang mit Studentenprojekten bestünden. Bei Haberstroh ist dies der Fall.