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Die Volksbank Pforzheim bleibt eigenständig. PZ-Archiv
Die Volksbank Pforzheim bleibt eigenständig. PZ-Archiv
30.03.2017

Erleichterung im VolksbankHaus: Fusionsabsichten sorgten bei Belegschaft für Verunsicherung

Von Enttäuschung keine Spur: Im Gegenteil sei ein stückweit Erleichterung im Pforzheimer VolksbankHaus spürbar, räumt Betriebsratsvorsitzende Elke Gellert auf Anfrage der PZ ein.

Am vergangenen Freitag hatten die Vorstände beider Häuser mitgeteilt, dass eine Fusion mit der Volksbank Karlsruhe zum derzeitigen Zeitpunkt nicht empfehlenswert sei (die PZ berichtete).

Die Sondierungsgespräche über einen Zusammenschluss mit der Volksbank Karlsruhe hatten über Wochen für Diskussionen unter den rund 500 Mitarbeitern gesorgt. Etliche davon machten sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft, obwohl die Verantwortlichen stets versichert hatten, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.

In einer Betriebsversammlung am Dienstagabend wurden die Gründe für das Scheitern der Gespräche mit Hinweis auf die erfolgte interne Mitteilung nicht weiter erläutert. Vorstandsvorsitzender Jürgen Zachmann wertete die Tatsache, dass von den Volksbank-Beschäftigten keine Fragen zur abgesagten Fusion gestellt wurden, als Beleg für eine offene und transparente Informationspolitik der Volksbank Pforzheim. Für Zachmann wohl zu transparent – denn dass die PZ regelmäßig über den Stand der Sondierungsgespräche berichtete, stieß ihm dem Vernehmen nach sauer auf. Es könne nicht sein, dass derart vertrauliche Mitarbeiter-Informationen innerhalb weniger Minuten bei der Presse landen. Man werde das Leck finden, versicherte angeblich der Vorstandschef. Im Übrigen werde der eingeschlagene Weg der Kostenreduktion fortgesetzt, kündigte Zachmann an.

Nach der Veranstaltung konnten sich die Mitarbeiter wahlweise Schweine-, Puten- oder Gemüseschnitzel mit Kartoffelsalat schmecken lassen. Die Fahrt zu einem neuen Arbeitsplatz in Karlsruhe bleibt ihnen zumindest in den nächsten Jahren erspart. „Wir sind auch allein stark genug“, hatte Jürgen Zachmann betont. Trotzdem werde man sich Gesprächen mit anderen Genossenschaftsbanken nicht verschließen.

Mit den Gründen für den gescheiterten Zusammenschluss mit Karlsruhe – genannt wurde die zu hohe Beteiligung beider Häuser an der DZ-Bank – wird sich möglicherweise in den nächsten Tagen noch der Aufsichtsrat der Volksbank Pforzheim beschäftigen.

Mitgliedervertreter der größten badischen Genossenschaftsbank hatten vermutet, dass beide Partner doch nicht so richtig zueinander gepasst und auch persönliche Ambitionen eine Rolle gespielt hätten. Grundsätzlich könne ein Zusammenschluss durchaus Sinn machen und sei für die Zukunft weiterhin denkbar. Das hatten auch die Vorstände beider Geldinstitute übereinstimmend erklärt.