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Mitarbeiter der Fluglinie Ryanair gestern beim Warnstreik vor dem Check-in Schalter in Frankfurt. Foto: Stein
Mitarbeiter der Fluglinie Ryanair gestern beim Warnstreik vor dem Check-in Schalter in Frankfurt. Foto: Stein
13.09.2018

Erneut haben deutsche Piloten den Billigflieger Ryanair bestreikt

Frankfurt. Tausende Kunden von Ryanair sind am Mittwoch am Boden geblieben. Wegen des ersten gemeinsamen Streiks von Piloten und Flugbegleitern fielen mindestens 150 der geplanten rund 400 Verbindungen von und nach Deutschland aus, wie der größte europäische Billigflieger bestätigte. Darüber hinaus erwarte man keine Absagen, sagte Ryanair-Organisationschef Peter Bellew am frühen Nachmittag. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) meinte hingegen, dass am Ende des Tages wesentlich mehr Flüge ausfallen könnten.

Der 24-Stunden-Streik von Piloten und Flugbegleitern hatte am Mittwochfrüh begonnen und sollte noch bis Donnerstag um 3 Uhr dauern. Bis dahin mussten Ryanair-Passagiere in Deutschland mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Piloten und Flugbegleiter wollten am Donnerstag ihren Dienst wieder antreten, so dass Ryanair nach eigenen Angaben am Folgetag keine weiteren Störungen erwartet. Bei dem dieses Mal nur national geführten Ausstand geht es um erstmalige Tarifverträge für höhere Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen. Auch in anderen europäischen Ländern haben die Gewerkschaften den Billigflieger zu Zugeständnissen aufgefordert.

Ryanair-Chef Michael O’Leary nannte die Forderungen der deutschen Gewerkschaften in London teils „aberwitzig“. Die Fluggesellschaft sei den Mitarbeitern bereits in allen wichtigen Punkten entgegengekommen. Das einzige, was man abgelehnt habe, sei die Forderung nach höheren Gehältern. Ryanair beharrt darauf, bereits jetzt besser zu zahlen als Mitbewerber. Den Vorwurf, streikende Mitarbeiter mit Jobstreichungen zu bedrohen, wies der Ryanair-Chef zurück. „Es wird nicht wegen eines Streiktags zu Kürzungen kommen“ sagte O’Leary. Sollte es aber weitere Streiktage geben, könnte das Folgen haben. Sie würden das Geschäft des Billigfliegers in Deutschland zerstören, sagte Organisationschef Bellew. Grundsätzlich wolle Ryanair wachsen. Insgesamt steuert die Airline 19 deutsche Flughäfen an.