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Mit einem Warnstreik im Rastatter Daimler-Werk hat die IG Metall Druck auf die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die rund 3,6 Millionen Beschäftigten gemacht. Im Visier haben die Streikstrategen die Werke der Autokonzerne ebenso wie die exportstarken Maschinenbau- und Elektrounternehmen.
Mit einem Warnstreik im Rastatter Daimler-Werk hat die IG Metall Druck auf die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die rund 3,6 Millionen Beschäftigten gemacht. Im Visier haben die Streikstrategen die Werke der Autokonzerne ebenso wie die exportstarken Maschinenbau- und Elektrounternehmen. © dpa
30.04.2012

Erste Warnstreiks der Metaller im Südwesten

Die Warnstreikwelle in der Metall- und Elektroindustrie hat am Montagmorgen den Südwesten erreicht. Rund 250 Beschäftigte im Karosseriebau des Rastatter Daimler-Werkes beendeten ihre Schicht frühzeitig, etwa 150 nahmen an einer Kundgebung teil, wie die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Claudia Peter mitteilte.

Derzeit produzieren nach ihren Angaben 6000 Mitarbeiter im Rastatter Werk die B-Klasse. Die Beschäftigten gingen sehr motiviert in den Warnstreik, weil sie für das Angebot der Arbeitgeber von drei Prozent mehr Lohn für 14 Monate kein Verständnis hätten.

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent für zwölf Monate sowie mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit und die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten. Für die Beschäftigten sei die Leiharbeit ein wichtiges Thema. Acht Prozent der Produktionskräfte des Werkes - oder 300 Menschen - seien seit Mai 2010 Leiharbeiter. «Leiharbeit für Auftragsspitzen ist kein Problem, bei zwei Jahren ist das aber nicht mehr glaubhaft», betonte Peter. Allerdings sei die Bezahlung der vor allem mit befristeten Verträgen verpflichteten Leiharbeiter nicht signifikant schlechter als die der Stammbelegschaft. «Das ist aber eine totale Ausnahme in der Branche», sagte Peter.

Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht zum Sonntag waren Beschäftigte in mehreren Ländern in einen Warnstreik getreten, zunächst allerdings nur in einigen kleineren Betrieben. Die IG Metall in Frankfurt sprach von rund 2500 Teilnehmern, rund die Hälfte davon in Bayern.

Die Tarifvertragsparteien treffen sich im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg am 8. Mai zum vierten Mal; das ist noch vor dem ebenfalls pilotverdächtigen Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen, wo die IG Metall und die Arbeitgeber am 11. Mai wieder an den Verhandlungstisch gehen. dpa