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Coronakonformer Protest bei Doduco im Altgefäll.  Foto: Meyer 

Erster Warnstreik bei Doduco wird von über 180 Beschäftigten begleitet

Pforzheim. Der Betriebsratsvorsitzende der Firma Doduco, Peter Marincek, ging mit den Arbeitgebern scharf ins Gericht: „Es ist nicht akzeptabel, wenn die Arbeitgeber trotz zügiger Erholung der Konjunktur in der Branche die Variabilisierung aller Sonderzahlungen anstreben und obendrein am besten eine Nullrunde anstreben.“ Das werde ihnen jedoch nicht gelingen, denn auch die Edelmetaller seien wehrhaft, so Marincek weiter.

Verärgert ist der Gewerkschafter auch über den Austritt der Firma Karl Scheufele aus der Tarifgemeinschaft des Arbeitgeberverbandes. Dies belaste die Tarifrunden im Edelmetallbereich neben den ständig neuen Akteuren auf der Arbeitgeberseite zusätzlich,“ so der Betriebsratsvorsitzende, der auch langjähriges Tarif- und Verhandlungskommissionsmitglied auf Seiten der IG Metall ist.

Auch Max Könne, Betriebsratsvorsitzender der Allgemeinen Gold- und Silberscheideanstalt forderte die Arbeitgeber auf, den Beschäftigten der Schmuck-, Uhren und Edelmetallindustrie nicht das vorenthalten zu wollen, was in der Metallindustrie den Beschäftigten nach einem langen Ringen zugestanden worden sei.

Jonathan Trapp von der IG Metall Pforzheim warnte die Edelmetall-Arbeitgeber davor Corona nicht dazu auszunutzen, um die Beschäftigten zu schröpfen. „Nach zehn Jahren Hochkonjunktur gibt es keinen Grund bei jeder Krise gleich den Untergang der Branche heraufzubeschwören.“

Einer Übernahme der Verhandlungsergebnisse der Metall- und Elektroindustrie erteilte die Tarifgemeinschaft des Bundesverbands Schmuck+Uhren zuletzt eine klare Absage.