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Der Gemeinschaftsstand der regionalen Präzisionstechnik-Initiative Hochform auf der HybridExpo in Stuttgart. Fünf der 17 Aussteller aus Pforzheim und dem Enzkreis sind dort präsent. NEFF
Der Gemeinschaftsstand der regionalen Präzisionstechnik-Initiative Hochform auf der HybridExpo in Stuttgart. Fünf der 17 Aussteller aus Pforzheim und dem Enzkreis sind dort präsent. NEFF
Rodler-Stammtisch mit Georg Hackl (links) am Stand der Firma Wimmer.
Rodler-Stammtisch mit Georg Hackl (links) am Stand der Firma Wimmer.
24.09.2015

Fachmesse HybridExpo geht in Stuttgart zu Ende

Die VW-Abgas-Affäre sorgt auch in der Pforzheimer Automobilzulieferbranche für reichlich Gesprächsstoff. „Das ist schon ein Thema“, bestätigt Andreas Odenwald vom Präzisionstechnik-Hersteller Böhmler. „Schließlich liefern viele Unternehmen in den Automobilbereich.“

Am Dienstag hatten die regionalen Aussteller auf der Fachmesse HybridExpo in Stuttgart mehr Zeit für Gespräche untereinander als ihnen eigentlich lieb war. Das Besucherinteresse zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung ließ nämlich zu wünschen übrig. Gestern hellten sich die Mienen der Firmenvertreter aus Pforzheim und dem Enzkreis allerdings auf – freilich nicht wegen der Rücktrittsmeldung aus dem VW-Konzern, sondern aufgrund des deutlich höheren Besucherandrangs an den Messeständen. Auch einige Interessenten aus der Türkei und China wurden gesichtet. Neue Aufträge sind willkommen – zumal die Krisen in Russland, Brasilien und China die eingeplanten Umsatzzuwächse schmelzen lassen. Derzeit sei die Auslastung hoch, bestätigt Stefan Maier vom Goldstadt-Traditionsunternehmen G. Rau. Die Messebesucher will man unter anderem für Thermoventile begeistern, die im Automobil und in Elektrogeräten zum Einsatz kommen.

„Vielleicht liegt es auch am ungünstigen Messetermin kurz nach den Sommerferien“, glaubt Marketingleiterin Stefanie Reich vom Birkenfelder Kontakttechnik-Spezialisten Inovan. „Wichtig ist nicht die Zahl, sondern die Qualität der Gespräche.“ Oft zeigt sich das Ergebnis erst Jahre später, wie Geschäftsführer Jens Hofmann vom Präzisionstechnikunternehmen Kummer in Ötisheim berichtet. „Bei der ersten HybridExpo vor zwei Jahren habe ich einen Interessenten kennengelernt, der uns jetzt einen größeren Auftrag erteilt hat.“

Die Zahl der Aussteller auf der HybridExpo habe sich im Vergleich zur Premiere vor zwei Jahren mehr als verdoppelt, wie Oliver Reitz, Chef des Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) im Gespräch mit der PZ feststellte. 17 der 66 Aussteller kommen aus der Stanztechnik-Hochburg Pforzheim, fünf Firmen präsentieren sich am Gemeinschaftsstand der Präzisionstechnik-Initiative Hochform – ein Projekt des WSP.

Mehr Besucher als die Pforzheimer Aussteller hatten gestern jedenfalls die Rodel-Olympiasieger Georg Hackl, Felix Loch, Tobias Wendl und Tobias Arlt, die in einer benachbarten Messehalle beim Kunststoffverarbeiter Wimmer aus Traunstein ein Interview und eine Autogrammstunde gaben. Ihre windschnittigen Rennschlitten werden aus Glasfaserverbundwerkstoffen hergestellt. Wesentlich kleiner sind dagegen die Produkte der Pforzheimer Aussteller, die Lösungen für die Automobilindustrie im Gepäck haben.

So ist etwa die Firma Leicht+Müller aus Remchingen europäischer Marktführer bei der Herstellung von Füllstand-Sensoren, die für Kühlwasser-, Scheibenwaschwaser- und Bremsflüssigkeitsbehältern im Auto zum Einsatz kommen. „Wir sind das einzige Unternehmen, das diese Art von Präzisionsteilen in einem vollautomatisierten Prozess fertigt“, sagt Geschäftsführer Marco Müller.

Auch die Härter Stanztechnik GmbH aus Königsbach-Stein zählt zu den führenden Anbietern in der Metall-Kunststoff-Technologie. „Die Härter-Gruppe mit weltweit 1400 Mitarbeitern produziert kundenspezifische Teile in Millionenstückzahlen für die Elektronikindustrie“, erläutert Vertriebsleiter Hans-Jürgen Schüpf.