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27.07.2018

Falsche Fünfziger: Notenbanken verbessern Sicherheitsmerkmale von Geldscheinen

Frankfurt. Immer wieder vermelden Sicherheitskräfte Erfolge im Kampf gegen Geldfälscher. Erst jüngst stellten Ermittler des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) Blüten im Nennwert von 100.000 Euro sicher und fassten drei Verdächtige.

„Durch die Aufklärungsarbeit der Bundesbank und die Ermittlungen der Polizei sind die Falschgeldzahlen in Deutschland relativ gering“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann. „Rein rechnerisch entfallen aktuell pro Jahr rund sieben falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner.“ Fälscher und Währungsexperten liefern sich eine Art Wettlauf. Die Notenbanken bringen Scheine mit veränderten Sicherheitsmerkmalen heraus – Kriminelle versuchen, diese nachzumachen.

„Die Falschgeldhersteller sind in der Lage, sich innerhalb kurzer Zeit auch auf neue Anforderungen einzustellen“, konstatiert das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem jüngsten Lagebericht zum Thema Falschgeld. Kriminelle sollten sich dennoch nicht in Sicherheit wiegen: „Egal wie gut die Fälschung ist, irgendwann kommt die Wahrheit ans Licht. Es gibt mehrere Stufen von Sicherheitsmerkmalen“, argumentiert Beermann. Diese erschweren nach Einschätzung der Bundesbank Kriminellen das Handwerk. „Bislang ist es Fälschern beispielsweise nicht gelungen, das Porträtfenster gut nachzuahmen“, berichtet Stefan Hardt, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Bundesbank.

Auch die besondere Beschaffenheit des Papiers stelle eine hohe Hürde für Fälscher dar. „Beim Anfassen einer Banknote fühlt man den Unterschied“, sagt Hardt. Die verschiedenen Sicherheitsmerkmale sollten es jedem Bürger ermöglichen, die Echtheit eines Scheines ohne Hilfsmittel zu erkennen. Im ersten Halbjahr zogen Banken, Handel und Polizei in Deutschland rund 31100 Euro-Blüten aus dem Verkehr. Das war ein Rückgang von 6,2 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017 und von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den rechnerischen Schaden beziffert die Bundesbank auf 1,8 Millionen Euro – Tendenz sinkend. Geradestehen muss derjenige, der die Blüte annimmt. Das sind meist Händler oder Gastronomen. Falschgeld wird nicht ersetzt.

Am beliebtesten bei Kriminellen ist weiterhin der 50-Euro-Schein. Von den in Deutschland im ersten Halbjahr registrierten Blüten entfielen 22 504 auf falsche Fünfziger – dabei handelte es sich vor allem um nachgemachte Banknoten der alten Serie.

Die Notenbanken im gemeinsamen Währungsraum hatten den runderneuerten 50-Euro-Schein Anfang April 2017 unters Volk gebracht. Der überarbeitete 20er wurde Ende November 2015 ausgegeben.

Als Hürden für Fälscher gelte vor allem das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl, die beim Kippen der Banknote die Farbe ändert.