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29.02.2012

Februar bringt leicht erhöhte Arbeitslosigkeit

Im Februar war eine saisonübliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt des Pforzheimer Agenturbezirks festzustellen. Die Arbeitslosigkeit in Pforzheim und im Enzkreis stieg um 190 auf 7390 an. Die Arbeitslosenquote reagierte von Januar auf Februar mit einem Anstieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Wert jedoch eine deutliche Verbesserung, damals lag die Quote noch bei 5,2 Prozent. Und: Erstmals liegt der Enzkreis landesweit an der Spitze der Arbeitslosenquoten-Statistik, während Pforzheim weiterhin das Schlusslicht bleibt.

Bildergalerie: Arbeitslosenzahl steigt um 26 000 auf 3,11 Millionen

„Der saisonale Anstieg ist insbesondere eine Reaktion auf den starken Wintereinbruch der vergangenen Wochen“, analysiert Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur. „Nach einem verhaltenen Jahresbeginn entwickelte sich die Kräftenachfrage regionaler Arbeitgeber mit steigender Tendenz, bleibt aber unter dem Vorjahresniveau“, sagt Walter Reiber mit Blick auf rund 600 neue Personalanfragen der vergangenen vier Wochen. Das waren 51,8 Prozent mehr als im Januar aber 24,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Von den 7390 Arbeitslosen wohnen 4580 in der Stadt Pforzheim und 2810 im Enzkreis. Die Arbeitslosenquote der Stadt Pforzheim stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent an, während die des Enzkreises um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent nachgab. Gemeinsam mit dem Kreis Biberach bringt es der Enzkreis auf die niedrigste Arbeitslosenquote der Kreise und kreisfreien Städte Baden-Württembergs, während die Stadt Pforzheim weiterhin mit der landesweit höchsten Arbeitslosenquote der Stadt- und Landkreise zu kämpfen hat.

„Ein Teil dieses Ungleichgewichtes hat seine Ursache in statistischen Korrekturen wegen der Meldung des Vormonates“, sagt Walter Reiber. Auf dem zweitletzten Platz der Statistik liegt Mannheim, allerdings mit einer schon deutlich besseren Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent.

Im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis nahm die Arbeitslosigkeit um 223 Personen zu, bei einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent. Für den Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis wies die Statistik 987 Arbeitslose aus. Es waren 33 Betroffene weniger als im Januar und die Arbeitslosenquote gab um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent nach (Vorjahr: 3,9 Prozent). Auch hier zog der regionale Arbeitsmarkt an. Mit 151 neuen Personalanfragen waren es 26 mehr als im Januar und 9 mehr als im Vorjahr. Am Monatsende waren es noch 356 offene Stellen.

Landesweit blieb es bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent; im Vorjahr war es eine deutlich höhere Quote von 4,5 Prozent. Es waren 229.484 Personen arbeitslos; knapp 700 mehr als im Januar und 23.405 weniger als im Vorjahr. Baden-Württembergs Arbeitsmarkt forderte im Februar rund 28.500 Kräfte bei den Arbeitsagenturen an und lag somit um knapp 10.000 über dem Januar-Niveau, allerdings um knapp 1600 unter dem Vorjahreswert.

Arbeitslose

Im Februar kamen 1740 Arbeitslose auf die Arbeitsagentur und die Jobcenter Stadt Pforzheim und Enzkreis neu oder erneut zu; 85 mehr als im Januar aber 270 weniger als vor einem Jahr. „Eine Entwicklung, die für den weiterhin stabilen Arbeitsmarkt spricht. Arbeitgeber halten ihr eingearbeitetes Personal und binden ihren Nachwuchs stärker als noch vor wenigen Monaten“, beobachtet Walter Reiber.

Im Gegenzug konnten innerhalb von vier Wochen 1547 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Es waren 74 weniger als im Januar und knapp 800 weniger als im Vorjahr. Bedingt durch Umstellungsarbeiten aufgrund des Zuständigkeitswechsels der Jobcenter Stadt Pforzheim und Enzkreis für den Rechtskreis SGB II ist eine weitergehende detaillierte Auswertung der Zugangs- und Beendigungsgründe aktuell nicht möglich.

Offene Stellen

Nach dem rückläufigen Stellenzugang zum Jahresbeginn starteten die regionalen Betriebe mit ihren Personalanfragen in den vergangenen Wochen voll durch. Es kamen im Laufe des Februars 604 neue Arbeitsstellen hinzu, 51,8 Prozent mehr als im Vormonat, aber 24,3 Prozent oder 194 Arbeitsstellen weniger als vor einem Jahr.

Den höchsten Bedarf meldeten mit 190 Personalanfragen auch in diesem Monat Betriebe der Arbeitnehmerüberlassung, das waren 68 weniger als vor einem Jahr. „Zeitarbeit dient erkennbar vor allem der Abdeckung von Auftragsspitzen, insbesondere in wirtschaftlich ungewissen Zeiten. Die anhaltend stabile wirtschaftliche Lage der vergangenen Monate lässt die Personalchefs wieder auf Direkteinstellungen setzen“, kommentiert Walter Reiber diese Entwicklung.

Auch das Verarbeitende Gewerbe meldete mit 128 freien Stellen einen um 48 niedrigeren Bedarf. Vor allem die Personalsuche im Maschinenbau war rückläufig; hier waren es 21 Stellen weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang an Personalnachfragen im Garten- und Landschaftsbau lässt sich durch die Witterung erklären; immerhin wurden im Vergleich zum Januar nur drei Stellen und somit 27 weniger als vor einem Jahr gemeldet. Geringfügig mehr Personal wurde vom Dienstleistungsgewerbe, von Ingenieurbüros, dem öffentlichen Dienst und in der Informationstechnologie nachgefragt, um nur einige zu nennen.

Am Monatsende waren 1 733 Arbeitsstellen unbesetzt; unter ihnen 97 Helferstellen. Ein Blick auf die Berufsgruppen lässt deutliche Schwerpunkte erkennen. So sind rund 700 Stellen für Fertigungsberufe, darunter 475 in der Metallindustrie, aktuell zu besetzen. Für Gesundheitsdienstberufe sind noch 235 Stellen frei, außerdem werden noch 185 Kaufleute gesucht und jeweils gut 140 Bewerberinnen und Bewerber für Berufe in der Verwaltung oder Buchhaltung und für den Bereich Verkehr und Logistik. „Der geringe Anteil an Helferstellen bestätigt, dass beinahe ausschließlich Fachkräfte angefordert werden. Erfahrungsgemäß hat man als Ungelernter auch gute Chancen, wenn man praktische Kenntnisse oder Erfahrung in einem Beruf nachweisen kann“, berichtet Walter Reiber.

Die Verteilug der Arbeitslosigkeit

Im Februar waren 3863 Männer und 3527 Frauen arbeitslos gemeldet. Der Anteil der Männer liegt mit 52,3 Prozent deutlich über dem der Frauen mit 47,7 Prozent aller Arbeitslosen. Vor allem die Anzahl der unter 25-Jährigen stieg innerhalb von vier Wochen stark an. Es waren 59 mehr als im Januar, jedoch 104 weniger als vor einem Jahr. Der Anteil der Arbeitslosen der Altersklasse 50plus kam auf 31,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe lag bei 5,1 Prozent (Vormonat: 5,0 Prozent). Über ein Jahr und länger arbeitslos waren 2308 Personen, dies entsprach einem Anteil an allen Arbeitslosen von 31,2 Prozent. Ausländischer Herkunft waren 28,9 Prozent aller Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent. dpa

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