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Will sich künftig stärker in sozialen Projekten engagieren: Roland Müller, scheidender Filialdirektor der Deutschen Bank in Pforzheim. Foto: Ketterl
Will sich künftig stärker in sozialen Projekten engagieren: Roland Müller, scheidender Filialdirektor der Deutschen Bank in Pforzheim. Foto: Ketterl
15.02.2018

Filialdirektor Müller von der Deutschen Bank Pforzheim steuert den Ruhestand an

Pforzheim. Die 44 Jahre seien „wie im Flug vergangen“, resümiert Roland Müller. Nach so langer Zeit wird er zum Ende dieses Monats aus dem aktiven Dienst der Deutschen Bank ausscheiden. Als Müller im Alter von 17 Jahren seine Lehre bei der Deutschen Bank in Pforzheim antrat, wurden die Sparbücher und teilweise auch die Kontoauszüge noch per Hand oder Schreibmaschine ausgestellt, erinnert er sich. Die Kommunikation erfolgte über Rohrpost, Telex und Lochkarte, die übergroßen Telefonapparate waren zu jener Zeit noch einheitlich schwarz und standen nicht jedem Mitarbeiter zur Verfügung.

Von den rund 80 Jahren des Bestehens des Bankhauses in Pforzheim, verbrachte Roland Müller in diesem Institut mehr als vier Jahrzehnte, davon knapp 30 Jahre in leitenden Funktionen. Eine Domäne der Pforzheimer Niederlassung war der Außenhandel. Kundenbesuche von Scheichs mit großer Entourage zählten zu den Höhepunkten in Pforzheim. Die damals manuell abgewickelten Zahlungsaufträge und Warenbegleitdokumente beanspruchten Prüfungs- und Bearbeitungszeiten, die je nach Komplexität, bis zu einer Stunde und mehr betrugen. Heute werden diese Vorgänge zum großen Teil digital in Sekunden abgewickelt.

Eines jedoch sei geblieben, sagt Müller: „Damals wie heute sind es die Wünsche der Kunden, die bei der Beratung im Vordergrund stehen.“ Der gebürtige Engelsbrander blieb stets heimatverbunden. Das erwies sich als Vorteil, denn damit war er mit den Strukturen und der Mentalität dieser Region bestens vertraut. Aus den vielen persönlichen Kontakten zu Kunden und Geschäftspartnern seien im Laufe der Jahre – nun schon generationsübergreifend – Freunde und Freundschaften in der ganzen Welt geworden. „Von der Taufe bis zur Hochzeit und vom Großvater bis zum Enkel habe ich Familien begleitet“, so Roland Müller.

Für den studierten Bankfachwirt waren in Pforzheim die ersten Stationen das Privatkundengeschäft, hier mit Schwerpunkt Baufinanzierung und Vermögensanlage. Im Banken-Juniorenkreis sammelte er in Mannheim weitere Erfahrungen. Eine wichtige Rolle spielte im Anschluss das Firmenkundengeschäft, mit Schwerpunkt Finanzierung der Pforzheimer Traditionsindustrien und die Existenzgründungsberatung. Seine erste Filialleitung übernahm Roland Müller im Jahr 1988 in Pforzheim mit der Zweigstelle Am Messplatz, Leitungen in der Nordstadt und der Filiale Mühlacker folgten. Nach einer internationalen Börsenausbildung in Mannheim, Zürich und Frankfurt übernahm er die Leitung des Privaten Anlagemanagements der Deutschen Bank in Pforzheim. Seit 2001 ist er Filialdirektor und leitet die Filiale in Pforzheim.

Der Vorruheständler will die nun gewonnene Freizeit nutzen, neben privaten Hobbys, zu denen insbesondere das Reisen zählt, sich stärker in gesellschaftliche und soziale Projekte einzubringen.