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Am Goldschmiedebrett fühlt sich Sara Fendrich richtig wohl. Warzecha
Am Goldschmiedebrett fühlt sich Sara Fendrich richtig wohl. Warzecha
12.01.2018

Filigran und gefühlvoll

Schmuckstücke zu tragen, ist Geschmackssache, sagt Sara Fendrich. Die 31 Jahre alte Schmuckdesignerin teilt sich mit ein paar anderen Designern die Gemeinschaftswerkstatt im untersten Stockwerk des EMMA Kreativzentrums. Die sympathische junge Frau kommt eigentlich aus Heimsheim. Nach ihrem Abitur wusste sie zunächst nicht, in welche Richtung ihr beruflicher Weg gehen sollte.

Schließlich informierte sie sich über die aktuellen Studiengänge und stieß auf das Fach „Schmuck und Objekte der Alltagskultur“ an der Hochschule Pforzheim, bei welchem sie später auch ein Gastsemester einlegte. Zunächst absolvierte sie aber eine Ausbildung zur Schmuckdesignerin an der Goldschmiedeschule Pforzheim. Ergänzend dazu machte sie bis 2014 eine Anschlusslehre zur Goldschmiedin bei Birgitta Knauth in Bonn.

Seit Juli 2016 ist Sara mit ihrem Label Sa Fe kokoro Design selbstständig. „Sa Fe“ steht dabei für den Namen der Designerin. Kokoro heißt auf japanisch „Herz.“ Ihre Mutter ist Japanerin und Sara stellt, inspiriert von der japanischen Kultur, ihren Schmuck mit viel Herz her, zum Beispiel eine variabel tragbare Kette aus veredeltem japanischem Papier. Neben ihren filigranen Schmuckstücken, die sie selbst gerne trägt, liebt sie es, Eheringe nach den individuellen Wünschen der Kunden herzustellen. Ein Teil der aktuellen Kollektion besteht aus Schmuckstücken mit kleinen, fein herausgearbeiteten Kleeblättern. Hier sticht zum Beispiel ein Ring aus Silber, ein Material, mit dem sie am häufigsten arbeitet, heraus. Gerne arbeitet sie auch mit Gold und kombiniert ihre Schmuckstücke oft mit kleinen Perlen und Edelsteinen oder auch (Eben-)Holz und Papier. Ein einzelner Ring beginnt bei 49 Euro, je nach Material und Aufwand erhöht sich der Preis. Die meisten Schmuckstücke kosten zwischen 100 und 150 Euro. Die Kunden können ihr individuelles Schmuckstück direkt vor Ort bei der Designerin im EMMA Kreativzentrum oder auf Design-Ausstellungen, an denen sie diese ausstellt, erwerben. In Zukunft soll ein Online-Shop das bisherige Angebot ergänzen. Die Zielgruppe der jungen Designerin reicht von ganz jung bis alt, wie sie sagt. Meistens sind ihre Kundinnen Frauen, die eher filigraneren Schmuck mögen. „Es sind Kundinnen, die auch mal ein bisschen mehr Geld für etwas Besonderes ausgeben. Dieses Kaufverhalten lasse sich gut mit ihrem persönlichen Ziel vereinbaren: Fendrich ist es wichtig, dass ihre Kunden lange etwas von ihrem Schmuck haben. Deshalb stellt sie für diese Menschen gerne auch hochwertige Preziosen her. So authentisch wie ihre liebevoll angefertigten Schmuckstücke ist die Designerin selbst als Schmuckträgerin. „Ich mag gerne feinen, leicht verspielten und dezenten Schmuck“, sagt Sara Fe und strahlt dabei. Die gleiche Freude zeigt sie auch, wenn sie Kunden sieht, die „meinen Schmuck gekauft haben und glücklich damit sind“. Als Beispiel führt sie an, wie bei der Ausstellung „Lust auf Schmuck“ eine Kundin Ohrstecker und einen Ring gekauft habe. Sara hatte die Kundin bei der Ausstellung „Schöne Bescherung“ im EMMA Kreativzentrum gefragt, ob sie den Schmuck noch gerne trage und sie hatte sich darüber gefreut, dass die Kundin diesen sogar fast täglich anlegt. Genauso wie sie als Designerin mit ihrem Sitz in der Gemeinschaftswerkstatt doch im Team arbeitet, ist Sara Fe insgesamt keine reine Einzelkämpferin.

Ihr Freund, ihre Familie und Freunde helfen bei den verschiedenen Ausstellungen, auf denen sie ihren Schmuck verkauft, beim Auf- und Abbau des Standes. Ihr Freund macht Fotos vom Schmuck. „Ich bin echt froh, dass ich so eine Unterstützung habe“, sagt sie. Ein gutes Team macht für sie dementsprechend aus, „dass man sich gegenseitig mit Respekt behandelt und ähnliche Vorstellungen davon hat, wie das Ergebnis aussehen soll“.

Was sie anderen Gründern mit auf den Weg gibt, ist Folgendes: „Es ist immer gut, auf sein Herz zu hören und das zu machen, was man für richtig hält. Man sollte nicht so viel Angst haben, einfach machen und ausprobieren.“

www.sa-fe-kokoro.de