nach oben
Computerunterstützte Planung bei Forestadent: Die Zahntechniker Yvonne Gawron, Michaela Saußele und Sasan Shahnam Both mit OB Gert Hager, Firmenchef Stefan Förster, WSP-Chef Oliver Reitz und Hochschulrektor Ulrich Jautz (von links).
Computerunterstützte Planung bei Forestadent: Die Zahntechniker Yvonne Gawron, Michaela Saußele und Sasan Shahnam Both mit OB Gert Hager, Firmenchef Stefan Förster, WSP-Chef Oliver Reitz und Hochschulrektor Ulrich Jautz (von links).
22.01.2016

Firma Bernhard Förster bekennt sich zum Standort Pforzheim

Mit Federringen und Kettenverschlüssen für die lokale Schmuckindustrie fing es an: Im Jahre 1907 gründete Bernhard Förster in der Goldstadt eine Schmuckfabrik, in der später auch Uhrenrohwerke und Armbanduhren der Marke Foresta produziert wurden. Und das Familienunternehmen ist auch in vierter Generation dem Standort Pforzheim treu geblieben und hat in den vergangenen Jahren kräftig investiert.

Das Unternehmen wird heute von Stefan Förster geführt, dem Urenkel des Firmengründers. Den fälligen Strukturwandel meisterte die Firma Förster mit dem Wechsel in die Dentalindustrie, wobei der Markenname Forestadent längst zu einem weltbekannten Label geworden ist, der auf dem Qualitätssiegel „made in Germany“ beruht. Gemeinsam sei der Schmuck- und der Dentalindustrie die präzise Fertigung, die neben fortschreitender Automatisierung nach wie vor viel Handarbeit erfordert. Ein Viertel der über 237 Forestadent-Beschäftigten sind angelernte Mitarbeiter, die über viel Fingerspitzengefühl verfügen müssen. Dazu kommen 70 von ausländischen Tochtergesellschaften. Mehrere Millionen winziger Präzisionsteile sogenannte Brackets für Zahnspangen verlassen die moderne Präzisionsstätte pro Jahr und finden in 80 Ländern der Welt ihren Platz im Mund von kieferorthopädischen Patienten. Die Exportquote von Forestadent liegt bei 60 Prozent.

Über 20 Millionen Euro hat das Traditionsunternehmen in den vergangenen drei Jahren in den Neu- und Umbau sowie die technische Modernisierung des Fabrikareals zwischen der Westlichen und dem Messplatz investiert.

„Ohne die Einführung der MIM-Technologie wären wir heute nicht mehr wettbewerbsfähig“, räumt Förster ein. Dabei werden Brackets in einem speziellen Metallpulverspritzgießverfahren hergestellt, was extrem komplexe Geometrien ermögliche. Auch Kunststoffspritzgießanlagen sind im Einsatz. Zudem werden noch etliche Maschinen aus der Schmuckfertigung genutzt, die nach wie vor präzise Ergebnisse liefern.

Neben einem stattlichen Neubau wurde der Altbau grundlegend saniert, wie Firmenchef Stefan Förster gestern beim Besuch von Oberbürgermeister Gert Hager ausführte. Die Entscheidung für eine Erweiterung im Herzen der Goldstadt wurde von den Gesellschaftern jahrelang geprüft. Positiven Schub brachte ausgerechnet die Atom-Katastrophe im fernen Fukushima im Jahr 2011. „Die Produktion bei einem unserer härtesten Wettbewerber fiel dadurch lange aus“, erläutert Förster. Forestadent sah sich plötzlich mit einer Auftragsschwemme konfrontiert. Die zusätzlichen Erlöse flossen in die anstehenden Baumaßnahmen. Und die Geschäfte laufen weiterhin gut. Trotz der Senkung des Gewerbesteuersatzes könne die Stadt Pforzheim mit mehr Steuereinnahmen rechnen, verspricht Förster.