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Minister-Urkunde in Berlin für ihr vorbildliches Netzwerk erhalten: Achim Gerling und Elke Lillich.  Bang
Minister-Urkunde in Berlin für ihr vorbildliches Netzwerk erhalten: Achim Gerling und Elke Lillich. Bang
Betriebe aus dem Nordschwarzwald mit Interesse an industriellen Metall- und Elektroberufsbildern können sich der Initiative Bang anschließen.  Bockwoldt
Betriebe aus dem Nordschwarzwald mit Interesse an industriellen Metall- und Elektroberufsbildern können sich der Initiative Bang anschließen. Bockwoldt
22.06.2017

Firmen der Region Nordschwarzwald bündeln ihre Lehrlingsaktivitäten

Das Bang-System wird vielen Unternehmern in der Region helfen, effektiver und effizienter auszubilden“, ist Benjamin Engel überzeugt. Er ist Vertriebsleiter der heinrich meier gmbH.

Der Werkzeugfachhändler aus Mühlacker ist Mitglied des im März gegründeten Vereins Bang Nordschwarzwald. Engel: „Wir sind als Fördermitglied beigetreten, weil wir den Fachkräftebedarf am Markt wahrnehmen und diesen gerade auch bei unseren Kunden sehen.“

Um was geht‘s bei Bang, dessen Langbezeichnung „Berufliches Ausbildungs-Netzwerk im Gewerbebereich“ lautet? Der eingetragene Verein ist nach eigener Darstellung ein Netzwerk von Unternehmen, die im Bereich gewerblich-technische Ausbildung kooperieren. Unter anderem hätten die Mitgliedsfirmen gemeinsam das Berufsförderungswerk (BFW) Schömberg als Bildungsträger beauftragt, ihre Auszubildenden in zentraler Lage in Pforzheim in bestimmten Intervallen praktisch zu schulen. Für das aktuelle Ausbildungsjahr werden zehn Plätze zur Ausbildung als Zerspanungsmechaniker/-in und Industriemechaniker/-in besetzt.

Erste Vorsitzende des eigenständigen Nordschwarzwald-Ablegers dieses überregional aktiven Netzwerks ist Elke Lillich, Geschäftsführerin der Willy Lillich GmbH aus Straubenhardt. Bereits knapp ein Vierteljahr nach der Vereinsgründung nahm sie jetzt in Berlin gemeinsam mit Bang-Vertriebsleiter Deutschland eine Urkunde des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entgegen. Der Grund: Die Initiative wurde als „Innovatives Netzwerk 2017“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausgezeichnet.

Lillich sagt: „Wir wollen in unsere Zukunft investieren und haben mit Bang ein partnerschaftliches und kooperatives Modell gefunden, das uns genau da entlastet und vorwärtsbringt, wo wir als kleinere Mittelständler bei der gewerblichen Ausbildung nicht mit großen Unternehmen mithalten können.“

Viele Unternehmen in der industriellen Metall- und Elektrobranche klagen demnach über den Fachkräftemangel. Für kleine mittelständische oder auch hoch spezialisierte Unternehmen bedeutete die Ausbildung bisher eine Kraftanstrengung, die von den Einzelnen schwerlich geleistet werden konnte, so Lillich. Bang sei ein gemeinnütziger Ausbildungsverein, der seinen Mitgliedern durch viele Dienstleistungen ermögliche, die Ausbildung im eigenen Unternehmen zu erleichtern. Eine überbetriebliche Ausbildung finde in mehreren Intervallen während der gesamten Ausbildung anteilig in einem externen Trainingszentrum statt.

Was will Bang Nordschwarzwald leisten? Der Verein trete „als Dienstleister für die Mitgliedsunternehmen auf und entlastet sie in dem jeweils gewünschten Maße von den Aufgaben und Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit der Ausbildung entstehen“, macht die erste Vorsitzende deutlich. Dies beginne mit der Suche und der Vorauswahl von qualifizierten Bewerbern und werde ergänzt durch die regionalen Trainingszentren. Hinzu komme der berufsschulunterstützende Werkunterricht und Workshops zu Spezialgebieten wie etwa Werkstoffkunde und E-Pneumatik.

„Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, dass wir als kleiner Mittelständler beim Thema Ausbildung neue Wege gehen müssen“, meint Bernd Dittler. Der Geschäftsführer des Antriebsteileherstellers Dittler aus Straubenhardt sagt: „Uns verschafft das Bang-System die passende Entlastung zu Beginn und während der Ausbildung.“