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Rechtsanwälte und Angeklagte um den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (hinten Dritter von rechts). Ganz vorne Ex-Bankchef Rolf Breuer mit seinem Nachfolger Josef Ackermann (Mitte). /Kneffel
Rechtsanwälte und Angeklagte um den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (hinten Dritter von rechts). Ganz vorne Ex-Bankchef Rolf Breuer mit seinem Nachfolger Josef Ackermann (Mitte). /Kneffel
23.12.2015

Fitschen, Ackermann, Breuer & Co. erwarten noch viele Tage vor Gericht

München. Nicht einmal einen Weihnachtsgruß gab der Richter den angeklagten Top-Bankern Jürgen Fitschen, Josef Ackermann und Rolf Breuer mit auf den Weg: Nach rund acht Monaten Verhandlungsdauer vor dem Landgericht München waren gestern scheinbar alle froh, dass nun zunächst ein paar Wochen Pause in einem der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse des Jahres 2015 sind. Die Staatsanwaltschaft kündigte zuvor etliche weitere Beweisanträge an.

Wie ist der Stand der Dinge in dem Prozess?

Seit Ende April muss Fitschen als amtierender Co-Chef der Deutschen Bank zusammen mit seinen beiden Vorgängern Ackermann und Breuer fast jeden Dienstag ins Münchner Landgericht kommen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Managern vor, im Jahr 2011 mit zwei weiteren Angeklagten Richter des Oberlandesgerichts München angelogen zu haben. Damit wollten sie laut Anklage verhindern, dass die Deutsche Bank den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz für die Pleite des Unternehmens zahlen musste. Versuchten Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall nennen die Ankläger das. Fitschen und die anderen Angeklagten bestreiten dies.

Warum dauert das Verfahren so lange?

Nach der ersten Terminplanung der Richter sollte der Prozess eigentlich schon im September abgeschlossen sein. Die Staatsanwaltschaft stellte aber mehrere Beweisanträge, in denen sie die Vernehmung weiterer Zeugen forderte. Dadurch wurden zusätzliche Verhandlungstermine nötig. Danach hoffte Richter Peter Noll auf einen Abschluss vor Weihnachten – aber auch daraus wurde nichts, weil immer noch Zeugenvernehmungen ausstehen. Nun sind Termine bis zum Februar festgelegt. „Vielleicht bewahrheitet sich ja der alte Slogan: Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, sagte Noll vor wenigen Wochen.

Muss Fitschen mit einer Verurteilung rechnen?

Aus Sicht seines Anwalts Hanns Feigen ganz sicher nicht. Auch die Verteidiger der anderen Angeklagten sind zuversichtlich. Die Staatsanwaltschaft hingegen ist weiterhin von ihrer Anklage überzeugt. Allerdings war Fitschen nach Auffassung der Staatsanwaltschaft in der Gruppe der fünf Angeklagten keine treibende Kraft.

Wie ist die Stimmung im Gerichtssaal?

Anfangs war sie gespannt, später gereizt – inzwischen ist sie vergiftet: Von Beginn an kam es zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigern zu Wortgefechten, die über das normale Maß in einem Strafprozess hinausgehen.