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Flankiert von den Präsidenten des Stiftungsrates Manuel Blanc (links) und Frank Straub freuten sich die Erste Preisträgerin Sophia Lindner und Elias Hättich über die Auszeichnung. Foto: Keller
Flankiert von den Präsidenten des Stiftungsrates Manuel Blanc (links) und Frank Straub freuten sich die Erste Preisträgerin Sophia Lindner und Elias Hättich über die Auszeichnung. Foto: Keller
Preisträgerin Sophia Lindner stellt ihren neuartigen Spitzenschuh vor. Foto: Keller
Preisträgerin Sophia Lindner stellt ihren neuartigen Spitzenschuh vor. Foto: Keller
12.10.2018

Förderpreise der Heinrich-Blanc-Stiftung in Oberderdingen vergeben

Oberderdingen. Es gibt immer wieder vertraute Dinge, die plötzlich von jemand neu gedacht und gestaltet werden werden und dann plötzlich in ihrem Bereich eine Revolution ins Rollen bringen. Für solche Menschen sind die Förderpreise der Heinrich-Blanc-Stiftung in Oberderdingen gedacht. In diesem Jahr gab es einen Preis für eine Pforzheimer Studentin, die einen Ballettschuh neuen Stils präsentierte.

Kaum vorstellbar: Ein Ballettschuh macht Furore! Sophia Lindner (24) fand, im Spitzentanz brauche es ein neues, präventives Schuhwerk. Selbst gute Schuhe seien nach einer Vorstellung verschlissen und die Gliedmaße überaus strapaziert. Grund genug für die Studentin der Hochschule Pforzheim, sich Gedanken zu machen. An der Fakultät für Gestaltung entwickelte sie mit ihrer Bachelor-Arbeit „React – Growing a vision“ einen Ballettschuh neuen Stils. Ganz nach dem Motto: „Wir wollen wahre Werte schaffen und die Lebensqualität erhöhen!“ In ihrer Disziplin „Industrial Design“ entstand so ein neuer Schuh, der nicht nur länger hält, sondern professionelle Tänzer auch vor gesundheitlichen Schäden bewahrt und zugleich respektvoll mit Tradition und Ästhetik umgeht.

Dieses Wachsen einer Vision demonstrierte die Studentin in charmanter Weise mittels einer auch grafisch anspruchsvollen Präsentation bei der Verleihung des Heinrich-Blanc-Preises in den repräsentativen Räumen von Blanco in Oberderdingen. Damit hatte Sophia Lindner schon den Internationalen Kongress der Tanzmedizin beeindruckt. Mit der Pforzheimer Theater-Compagnie in engem Fuß-Schluss, ist sie selbstbewusst genug, um zu sagen „Der Schuh könnte die Tanzszene revolutionieren!“. Beeindruckt hat die Master-Arbeit jedenfalls den Stiftungsrat der Heinrich Blanc Stiftung. Er zeigte sich überzeugt von der „innovativen Herangehensweise und der ökonomischen Relevanz“ und konstatierte: „Ganz ähnlich wie Firmengründer Heinrich Blanc wollte auch sie eine quasi seit Jahrzehnten bestehende Unzulänglichkeit im klassischen Ballett nicht länger akzeptieren“. Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis ging somit an Sophia Lindner. Darüber freuten sich auch Rektor Ulrich Jautz und die Professoren Michael Throm und Hanno Weber von der Hochschule Pforzheim, die wie zahlreiche Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik der Preisverleihung beiwohnten.

Der zweite Preis der Heinrich Blanc Stiftung – sie ehrt seit zwölf Jahren schon junge Talente – ging an Elias Hättich, Absolvent des Master-Studiengangs an der Hochschule Karlsruhe. In seiner Masterthesis „Automatisierte Steuerung von Entscheidungen in Geschäftsprozessen mittels S-BPM Learning“ befasste er sich mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz, die in Unternehmen zu einer deutlichen Effizienzsteigerung beitragen kann. Insgesamt lagen der Jury 16 Einreichungen vor.

Wie in den Vorjahren war auch diese Preisverleihung ein Anlass, bei dem die beiden Stiftung-Vorstände Frank Straub und Manuel Blanc viele Komplimente für ihr Mäzenatentum erfahren durften. Als Festredner hatte Dipl.Ing. Hermann Layher in einer launigen Tour d’horizon die Entwicklung seiner Technik-Museen in Sinsheim-Speyer berichtet. Seit der Gründung im Jahr 1980 habe sich eine spektakuläre Entwicklung vollzogen. Seine Devise: „Wenn du Großes willst, musst du es auch anpacken!“. So wie damals, als er der Lufthansa einen ausrangierten Jumbo für einen Euro abkaufte oder die Russen davon überzeugte, dass eine Tupolew auch in Speyer stehen sollte.