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Unter diesen Playmobil-Figuren gilt die Quote schon.  Bockwold
Unter diesen Playmobil-Figuren gilt die Quote schon. Bockwold
23.12.2015

Frauenquote stockt

Berlin. Die Frauenquote für Führungspositionen gilt seit einem Jahr. Doch viele Unternehmen haben darauf noch nicht reagiert. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, wollen etliche Firmen auch 2016 keine Frauen in den Vorstand berufen. Zu den Verweigerern gehören demnach unter anderem Porsche, Fresenius, Eon, die Commerzbank und ThyssenKrupp.

Der Chemie-Konzern Beiersdorf hat sich vorgenommen, bis 2017 mindestens eine Frau im Vorstand zu haben. Im BASF-Vorstand sitzt bereits eine Frau. Auf den zwei darunterliegenden Führungsebenen liegt der Anteil nach Unternehmensangaben bei 9,4 und 11,8 Prozent. Auf eine Steigerung des Frauenanteils in 2016 will sich BASF aber nicht festlegen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) warnte: „Wer die Frauenquote ignoriert, schneidet sich ins eigene Fleisch.“ Frauen seien ein Gewinn für jedes Unternehmen. Wer an die Mär glaube, es gäbe nicht genug geeignete Frauen, sei „geistig im vergangenen Jahrhundert steckengeblieben“. Nie zuvor habe es eine Generation so gut ausgebildeter Frauen gegeben. Das sehen die Aufsichtsräte deutscher Unternehmen zum Teil ganz anders – vor allem die Männer unter ihnen. Wie das „Manager Magazin“ in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf eine Untersuchung der Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller berichtet, ist jedes zweite männliche Aufsichtsratsmitglied der Meinung, die Suche nach geeigneten Kandidaten für den Aufsichtsrat werde durch die Geschlechterquote „erheblich schwieriger“. Jeder vierte männliche Aufsichtsrat befürchtet demnach eine „Benachteiligung von Männern“. Dass Männer benachteiligt werden, erwarten allerdings nur acht Prozent der weiblichen Aufsichtsräte. Befragt worden waren Aufsichtsräte der Kapitalseite in 160 börsennotierten Unternehmen.

Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen verpflichtet 101 börsennotierte Unternehmen ab 2016 bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat sicherzustellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Sonst bleiben die Stühle unbesetzt.