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Im „Herz der Brauerei“, dem Sudhaus, erläutert Michael Ketterer (vorne am Sudkessel) den Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald die Kunst des Bierbrauens. Links neben Ketterer: WJ-Kreissprecher Sascha Dick.  Foto: Seibel
Im „Herz der Brauerei“, dem Sudhaus, erläutert Michael Ketterer (vorne am Sudkessel) den Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald die Kunst des Bierbrauens. Links neben Ketterer: WJ-Kreissprecher Sascha Dick. Foto: Seibel
27.11.2015

Freunde der Braukunst treffen sich bei Ketterers „BrauArt“

Was Facebook-Gründer Mike Zuckerberg auf internationalem Parkett kann, das gelingt Michael Ketterer im regionalen Bereich: Freunde zusammenbringen. Indes: Während Zuckerberg sich aufs digitale Netzwerken fokussiert, geht’s bei Ketterer ums reale Zusammenkommen von „Genuss-Enthusiasten, die sich viel Zeit für die Geselligkeit nehmen und sich mit Leidenschaft für handwerklich gebrautes Bier begeistern können“. Vor knapp einem Jahr hat Ketterer den Genießer-Kreis „BrauArt“ ins Leben gerufen. „Wir haben seither bereits 180 Mitglieder aufgenommen“, sagte der Chef der Pforzheimer Privatbrauerei beim Gespräch mit Vertretern der Wirtschaftsjunioren (WJ) Nordschwarzwald.

Neben einer Führung durch die Traditionsbrauerei an der Jahnstraße gab’s eine entsprechende Verkostung der verschiedenen Gerstensäfte. „Wir hatten ein gutes Jahr“, äußerte sich Michael Ketterer zufrieden über Absatz und Umsatz. Wie viele Hektoliter wurden verkauft? Dazu hielt er sich bedeckt. Nur so viel zum Wachstum: „Zweistellig im Flaschenbierbereich.“ Beim Fassbier, dessen Absatz eng mit der Gastronomie verknüpft sei, stellt Ketterer allgemein eine verhaltene, teils rückläufige Entwicklung fest. Gründe unter anderem: andere Restaurant-Betreiber, strukturelle Veränderungen, geändertes Verbraucherverhalten.

Knapp 60 Prozent beträgt der Flaschenanteil der Pforzheimer Privatbrauerei. Eine gute Nachfrage gebe es bei der Ausführung mit Bügel. Sie werde allerdings wegen des aufwendigen Verschlusses nicht im eigenen Haus abgefüllt. Das Kundeneinzugsgebiet: rund 25 Kilometer um Pforzheim, eher in Richtung Baden denn nach Württemberg orientiert. Während Ketterer zufolge die zehn größten Brauereien rund 80 Prozent des Marktes beherrschen, sieht er sein Unternehmen in der exklusiven Nische à la klein, aber fein. Was der ausgebildete Bier-Somelier für seine Branche vermisst: „Eine gepflegte Kultur wie bei den Weingenießern.“