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Stabile Arbeitsmarktzahlen lassen Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur von einer anhaltenden Frühjahrsbelebung sprechen.
Frühjahr sorgt für stabile Arbeitsmarktzahlen in der Region © dpa
28.04.2011

Frühjahr sorgt für stabile Arbeitsmarktzahlen in der Region

PFORZHEIM/ENZKREIS. Stabile Arbeitsmarktzahlen lassen Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur von einer anhaltenden Frühjahrsbelebung sprechen. Im dritten Monat in Folge kann Reiber über sinkende Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Pforzheim berichten. „Im April waren es 7 980 Arbeitslose, eine Zahl die zuletzt im April 1992 unterschritten wurde", so Reiber. Gegenüber dem Vormonat sind 111 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent zurück (Vorjahr: 6,3 Prozent).

Von den 7 980 Arbeitslosen leben 4 853 in der Stadt Pforzheim und 3 127 im Enzkreis. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent weist die Stadt Pforzheim auch in diesem Monat die höchste Quote der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs aus, während der Enzkreis mit einer Quote von 3,0 Prozent unter den fünf Kreisen mit der landesweit niedrigsten Arbeitslosigkeit angesiedelt ist.

„Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im gesamten Agenturbezirk und die steigende Kräftenachfrage stehen für einen regional entspannten Arbeitsmarkt. Immerhin gingen im April 715 neue Stellenangebote ein; 140 und somit 24,3 Prozent mehr als vor einem Jahr", berichtet Walter Reiber optimistisch.

In Baden-Württemberg zeigte sich der Arbeitsmarkt freundlicher. Hier waren 235 150 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen; rund 9 700 weniger als vor vier Wochen. Die Arbeitslosenquote erholte sich auch im April und ging um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zurück (Vorjahr 5,2 Prozent). Im April waren in Pforzheim und dem Enzkreis 7 980 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Seit Februar ein kontinuierlicher Rückgang. „Erfreulich ist, dass sich die Erholung im Bezirk verfestigt und die Arbeitslosigkeit inzwischen um knapp 22 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt", kann Walter Reiber optimistisch verkünden. Im April gehörten 63,2 Prozent der Betroffenen der steuerfinanzierten Grundsicherung an. Die Arbeitslosigkeit ist in dieser Zuständigkeit innerhalb eines Monats um 47 Personen gesunken; im Vorjahresvergleich wurden 672 Arbeitslose weniger gezählt. In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (36,8 Prozent aller Arbeitslosen) gab es gegenüber März eine Abnahme um 64 Personen und mit 1 565 Arbeitslosen weniger eine deutliche Entspannung im Vorjahresvergleich. „Arbeitslose dieser Zuständigkeit kommen überwiegend aus Erwerbstätigkeit und sind dadurch näher am Arbeitsmarkt. Für sie ist es wesentlich einfacher beruflich wieder Fuß zu fassen", erklärt Walter Reiber diese Entwicklung. Im Lauf des Aprils meldeten sich 1 935 Personen arbeitslos und 2 057 verließen die Arbeitslosigkeit.

Seit Jahresbeginn kamen 8 045 Männer und Frauen neu oder erneut wegen Arbeitslosigkeit auf die Pforzheimer Arbeitsagentur zu; 611 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Von den 1 935 Personen, die sich neu arbeitslos meldeten, kamen 779 aus Erwerbstätigkeit, 102 mehr als im März. Vor allem Quartalskündigungen zum 01. April machten sich hier bemerkbar, jedoch nicht so deutlich wie im Vorjahr. Damals waren es 143 Personen mehr gewesen. Eine Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme beendeten 444 Personen, 23 mehr als im März aber 387 weniger als vor einem Jahr. Nach Krankheit oder nach mangelnder Verfügbarkeit meldeten sich rund 700 Personen. Insgesamt 2 057 Menschen beendeten innerhalb der vergangenen vier Wochen ihre Arbeitslosigkeit, das waren 158 weniger als im März und 679 weniger als vor einem Jahr. Von ihnen nahmen rund 800 eine Erwerbstätigkeit auf. Weitere 399 Arbeitslose begannen eine Qualifizierungsmaßnahme und 857 wurden wegen Krankheit oder anderer Gründe aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet.

In der Stadt Pforzheim waren im April 4 853 Arbeitslose gemeldet und damit acht weniger als im März. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 8,1 Prozent, spürbar unter dem Vorjahreswert von 9,7 Prozent. Im Zuständigkeitsbereich des Jobcenter Pforzheim (SGB II) beziehen 3 568 Personen Arbeitslosengeld II, 11 Arbeitslose mehr als im Vormonat. Der Anteil der Arbeitslosengeld II Bezieher an der Gesamtarbeitslosigkeit der Stadt Pforzheim liegt bei 73,5 Prozent. Dagegen sank die Zahl derer, die von der Agentur für Arbeit im Rechtskreis SGB III betreut werden und Arbeitslosengeld I beziehen können, um 19 auf 1 285 Arbeitslose. Sie entsprechen einem Anteil von 26,5 Prozent der Arbeitslosen im Stadtkreis. Im Enzkreis wurden 3 127 Arbeitslose gezählt, 103 Personen weniger als im Vormonat. Hier gab die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte nach. Sie liegt nun bei 3,0 Prozent (Vorjahr: 4,3 Prozent). Im landesweiten Vergleich können nur fünf Kreise und kreisfreie Städte eine Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent oder weniger vorweisen, darunter der Enzkreis. Die landesweit niedrigste Arbeitslosenquote hat Biberach (2,6 Prozent), gefolgt vom Hohenlohekreis, dem Alb-Donau-Kreis und Ravensburg (jeweils mit 2,9 Prozent).

Nach Rechtskreisen betrachtet, entfallen 1 478 Arbeitslose auf den Zuständigkeitsbereich von Arbeitslosengeld II, 58 Arbeitslose weniger als im März. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 47,3 Prozent; 52,7 Prozent der Arbeitslosen des Enzkreises wurde über die Zuständigkeit der Versicherungsleistungen betreut; das waren bei 1 649 Arbeitslosen 45 weniger als im Vormonat.

Im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis veränderte sich die Arbeitslosenzahl kaum; der Rückgang um 66 zeigte bei der Arbeitslosenquote keine Wirkung, so dass diese bei 5,3 Prozent verharrte. Am Monatsende waren noch 6 867 Personen arbeitslos. Die Kräftenachfrage regionaler Arbeitgeber bezifferte sich auf 578 gemeldete Arbeitsstellen und lag somit um 36 gemeldete Stellen über dem Vormonatswert; gegenüber dem April des Vorjahres waren es sogar 128 Personalanfragen mehr. Am Monatsende waren noch 1 335 freie Stellen gemeldet. In der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis gibt es gute Beschäftigungschancen für Fertigungsberufe im

Metallbereich, außerdem sind Köche und Elektriker gefragt. Ausgeprägt ist hier auch der Bedarf an Kaufleuten, Bürofachkräften und Ingenieuren, um nur einige Schwerpunkte zu nennen.

Der Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis wies zum Stichtag mit 1 113 Arbeitslosen innerhalb eines Monats 45 weniger aus. Die Arbeitslosenquote reagierte mit einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent. Die Arbeitgeber im Geschäftsstellenbezirk meldeten 137 neue Stellen, 12 mehr als im März. Am Monatsende waren noch 330 Stellen unbesetzt. Metallfacharbeiter, Fahrer, Köche aber auch Bürofachkräfte werden im östlichen Enzkreis gesucht.

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