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IG-Metall-Chef Jörg Hofmann  Heinl
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann Heinl
23.12.2015

Für die IG Metall geht es diesmal nur ums Geld

Frankfurt. In der Metallindustrie deutet sich eine harte Tarifrunde an. Zwar wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften im Frühjahr lediglich ums Geld für die 3,8 Millionen Beschäftigten streiten.

Da gibt es aber ganz unterschiedliche Vorstellungen. Die Gesamtkonjunktur entwickele sich stabil nach oben, werde aber anders als in den Vorjahren überwiegend durch die Inlandsnachfrage der Konsumenten und des Staates getragen, sagte gestern der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann. „Das ist ein guter Grund, die stabile Einkommenspolitik fortzusetzen.“

Die IG Metall werde über die Höhe der Forderung erst in den kommenden Wochen entscheiden, sagte Hofmann. Die Situation in den verschiedenen Branchen sei weiterhin sehr unterschiedlich. Während die Geschäfte der Autohersteller, der Elektroindustrie oder der Werkzeugmaschinenbauer hervorragend liefen, hätten beispielsweise Anlagenbauer und der Sondermaschinenbau Probleme.

Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger sieht dagegen nur geringen Spielraum. „Die Arbeits- und Lohnstückkosten sind weiter gestiegen, die Wettbewerbsfähigkeit hat sich dadurch deutlich verschlechtert“, sagte er. Dulger rechnet im kommenden Jahr bestenfalls mit einer stagnierenden Produktion der Branche im Vergleich zu 2015. Angesichts des Abschlusses vom Februar mit einem Einkommensplus von 3,4 Prozent sei es „umso wichtiger, dass wir in der kommenden Tarifrunde den Ball flach halten“, betonte Dulger. dpa