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Im Gegensatz zur Goldstadt stehen in Trier die Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof einander direkt gegenüber.
Im Gegensatz zur Goldstadt stehen in Trier die Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof einander direkt gegenüber.
07.09.2018

Fusion von Karstadt und Kaufhof - Was geschieht mit der Pforzheimer Filiale?

Düsseldorf/Pforzheim. Von Verunsicherung könne keine Rede sein, betont Stephanie Jeckel, Geschäftsführerin der Galeria Kaufhof in Pforzheim. „Wir sind wie immer für unsere Kunden da, bieten einen guten Service.“ Das werde auch in Zukunft so sein, versichert sie. Egal wie der neue Eigentümer auch heißen wird. Offiziell gibt es dazu noch keine Verlautbarung aus der Kölner Konzernzentrale. Dass es Karstadt-Eigner René Benko sein wird, daran zweifelt inzwischen kaum jemand mehr.

Die Pforzheimer Galeria Kaufhof rangiert umsatzmäßig im oberen Drittel der über 90 Warenhäuser des Kölner Konzerns. Seit über einem Jahr leitet Jeckel (28) die Kaufhof-Filiale, die seit 1931 in der Goldstadt ansässig ist (früher Schocken, Merkur, Horten). Große Sorgen um ihren Arbeitsplatz müssten sich die 140 Mitarbeiter nicht machen, glaubt die Geschäftsführerin, zumal sich die Pforzheimer Immobilie zu den eigenen Häusern der Kaufhof-Gruppe gehöre. Vom Betriebsrat ist keine Stellungnahme zu erhalten. Zunächst wolle man die Beschäftigten über die aktuelle Entwicklung informieren, heißt es.

Die geplante Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof hat gestern angeblich die vielleicht letzte große Hürde genommen. Die Banken haben dem Zusammenschluss der beiden Handelsketten nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ zugestimmt. Schon nächste Woche könnte die offizielle Bekanntgabe der Elefantenhochzeit erfolgen, wie dpa erfuhr.

Bei dem mit roten Zahlen kämpfenden Kaufhof sollen im Zuge der Fusion etwa 5000 der noch verbliebenen knapp 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Allerdings sind diese Angaben nicht unumstritten. Eine mit den Vorgängen bei Kaufhof vertraute Person, hielt die Zahl für viel zu hoch gegriffen. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen sich dem Zeitungsbericht zufolge auf einen Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen einstellen.

Bei Beschäftigten und der Gewerkschaft Verdi sorgten die Ankündigungen für erhebliche Unruhe. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Kaufhof, Uwe Hoepfl, sagte: „Es ist skandalös, als Vertretung der Beschäftigten über Medien erfahren zu müssen, dass angeblich 5000 Stellen gestrichen werden sollen“. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Karstadt, Jürgen Ettl mahnte: „Es geht hier um Menschen.“

Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigner Benko sprechen bereits seit Juni über eine mögliche Fusion der Kaufhausketten. Ein Bankenkonsortium unter Führung der LBBW hatte dabei allerdings ein gewichtiges Wort mitzureden, weil es mit einem milliardenschweren Immobilienkredit bei HBC engagiert ist.

Der Hintergrund der Fusionspläne: Beide Warenhausketten leiden seit Jahren unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando. Ein Zusammenschluss würde den Warenhausketten erhebliche Einsparungen ermöglichen. Denn durch die Bündelung ihrer Einkaufsmacht könnten Kaufhof und Karstadt aller Voraussicht bessere Konditionen von ihren Lieferanten bekommen. Außerdem würde eine Konzernzentrale überflüssig.

Die Signa-Holding von Benko übernehme faktisch 50,01 Prozent am Warenhausgeschäft. Geführt werden solle der neue Warenhausriese vom derzeitigen Karstadt-Chef Stephan Fanderl.