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Haben bei Admedes das Sagen: Frank Nauheimer und Axel Pfrommer (rechts).
Haben bei Admedes das Sagen: Frank Nauheimer und Axel Pfrommer (rechts).
Das Medizintechnik-Unternehmen Admedes Schuessler ist auf der Wilferdinger Höhe beheimatet.  KETTERL
Das Medizintechnik-Unternehmen Admedes Schuessler ist auf der Wilferdinger Höhe beheimatet. KETTERL
Andreas Schüßler
Andreas Schüßler
27.10.2015

G. Rau übernimmt Admedes komplett

Schon seit dem Frühjahr kursierten entsprechende Gerüchte – jetzt ist es amtlich: Die Pforzheimer G. Rau-Gruppe übernimmt die Admedes Schuessler GmbH komplett. Bisher war sie schon mit einer Zweidrittelmehrheit der Hauptgesellschafter des innovativen Medizintechnik-Unternehmens.

„Am Samstag war Notartermin“, bestätigte gestern Axel Pfrommer gegenüber der PZ. Die Beschäftigten von G. Rau und Admedes werden morgen in getrennten Mitarbeiterversammlungen über die Übernahme informiert. Nach dem Erwerb der Anteile vom Gründer des Unternehmens, Andreas Schüßler, ist die G. Rau-Gruppe nun einziger Gesellschafter des Weltmarktführers für Stents (Gefäßstützen) aus Nitinol. Trotz der neuen Eigentumsverhältnisse wird Admedes als eigenständiges Unternehmen weitergeführt. Die Geschäftsführung übernehmen Axel Pfrommer (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Frank Nauheimer (kaufmännischer Geschäftsführer). Der bisherige Geschäftsführer Dr. An-dreas Schüßler wird Admedes als Chairman des Technology Advisory Boards verbunden bleiben und die Geschäftsführung bei der Erschließung neuer Alleinstellungsmerkmale unterstützen. „Dr. Andreas Schüßler hat seit der Unternehmensgründung Herausragendes geleistet“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Mit seiner Innovationskraft ist er maßgeblich am Aufbau und am außerordentlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt gewesen“, betont Axel Pfrommer.

Gegründet wurde die Admedes Schuessler GmbH – damals noch als Euroflex Schüßler GmbH – im Jahr 1996 von Andreas Schüßler zusammen mit der Euroflex G. Rau GmbH. Im Mittelpunkt des Leistungsspektrums stehen hochspezialisierte Medizinkomponenten auf Nitinol-Basis, bei denen die von Andreas Schüssler entwickelten Lasermikrotechniken zur Bearbeitung von Nitinol zur Anwendung kommen.

Mit seinen lasergeschnittenen Stents, den Herzklappenrahmen für kathetergestützte Herzoperationen und den anderen Blutgefäß- Komponenten ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Markführer. Im Jahr 2013 hatte der Umsatz bei 80 Millionen Euro gelegen. Nach der Erweiterung der Produktions- und Bürofläche – der Neubau kostete 32 Millionen Euro – waren fast 700 Mitarbeiter bei Admedes beschäftigt.

Eine unverschuldete Rückrufaktion eines ihrer Hauptkunden im November 2013 brachte das Medizintechnik-Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage. Die Folge waren Umsatzeinbußen von fast 30 Millionen Euro im Jahr 2014. Diese konnten aufgrund einer insgesamt schwierigeren Marktlage nicht kurzfristig kompensiert werden. Heute zählt Admedes rund 500 Beschäftigte. „In dieser wirtschaftlich schwierigen Phase war sehr wichtig, dass Dr. Schüßler den Sanierungskurs des Unternehmens erfolgreich geleitet und dass Admedes nun wieder in einem nach wie vor interessanten Markt stabil unterwegs ist “, sagt Pfrommer.

„Mitarbeiter können aufatmen“

Mit der G. RAU-Gruppe und der neuen Geschäftsführung übernimmt ein Partner den Betrieb, der von Beginn an eng mit Admedes verknüpft ist. Deshalb werde sich am laufenden Betrieb zunächst wenig ändern. „Die Admedes-Kunden werden von uns in der gewohnt hohen Produktqualität und hervorragendem Service bedient“, betont Pfrommer. „Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können aufatmen.“ Zumal sich die Auftragslage in den vergangenen Monaten deutlich verbessert habe. Mit neuen Produkten wolle man Admedes breiter aufstellen, so der Firmenchef.