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Eine historische Postkarte zeigt das Firmenareal an der Rossbrücke in schönster Blüte.  Foto: Neff 

Gehen bei der ehemaligen Doubléfabrik Victor Rehm die Lichter doch nicht aus?

Pforzheim. Rettung kurz vor Torschluss? Die ehemalige Doubléfabrik Victor Rehm – gegründet 1857 – sollte eigentlich zum 30. September geschlossen werden. Nach PZ-Informationen will ein Investor aus Berlin die Pforzheimer Traditionsfirma übernehmen und die Produktion von Präzisionsstanzteilen weiterführen. Ziel sei der Erhalt von 14 Arbeitsplätzen und die weitere Belieferung der langjährigen Kunden aus der Automobilindustrie.

Wie Betriebsratsvorsitzender Willy Kaiser am Freitag auf Anfrage der PZ bestätigte, gebe es seit einigen Monaten intensive Gespräche mit dem Insolvenzverwalter. „Wir Mitarbeiter hoffen auf eine Einigung.“ Entscheiden über das Übernahmeangebot aus Berlin, das wohl auch den Erwerb des Firmenareals einschließt, muss letztlich die Gläubigerversammlung. Eine Unterstützung durch die Agentur für Arbeit sei in Aussicht gestellt worden, so Kaiser. Die Produktion soll jedoch an anderer Stelle in Pforzheim fortgesetzt werden, da das Produktionsgebäude marode sei.

Die zentrale Lage an der Enz und der elegante Schwung des Baukörpers lassen manchen von einer anderen Nutzung als der Herstellung von Elektronikbauteilen träumen. Der Abriss sei wohl die einzig wirtschaftliche Alternative. Wie berichtet, plant eine Pforzheimer Investorengruppe auf dem Areal ein Kunst- und Modemuseum. Nach der Insolvenz kam Bewegung in die Pläne. Die Stadt hat sich ein Vorkaufsrecht gesichert.