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Die Leitung der Remchinger Firma Güldner übergibt Dieter Eggert (Zweiter von links) an Schwiegersohn Stephan Loth (links) und Tochter Maren Loth. Prokurist wird Pascal Hartmann.
Die Leitung der Remchinger Firma Güldner übergibt Dieter Eggert (Zweiter von links) an Schwiegersohn Stephan Loth (links) und Tochter Maren Loth. Prokurist wird Pascal Hartmann. © Foto: Zachmann
07.09.2018

Generationswechsel bei Güldner in Remchingen: Geschäftsführer geht von Bord

Remchingen. Wenn der deutsche Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, der frühere Weltpräsident aller Automobilisten, Patrick Blain, und der Ehrenpräsidenten der IHK Nordschwarzwald, Burkhard Thost, am Dienstag mit vielen weiteren Vertretern aus Wirtschaft und Vereinigungen ausgerechnet im Wilferdinger Gewerbegebiet zusammenkommen, kann man sich schon fragen, was sie dorthin führt. Oder besser gesagt wer?

Es ist Dieter Eggert, Geschäftsführer des Remchinger Präzisionswerkzeughändlers und Ideengebers „Güldner“, der 40 Jahre lang die Geschicke geleitet hat, nun von Bord geht und das Ruder an die nächste Generation weitergibt.

Versierter Netzwerker

Mit ihm geht ein Netzwerker wie er im Buche steht: So hat Eggert die erstgenannten Ehrengäste schon früh als Austauschschüler oder Kommilitonen im Studium kennengelernt – ohne ansatzweise ahnen zu können, wo die vier später einmal landen würden: „Persönliche Kontakte mit den Kunden gehören für mich zur Kultur des Geschäftswesens. Freundschaften und gute Bekanntschaften zu halten war mir immer schon wichtig, auch privat. Das macht mir Spaß“, bringt es der 67-Jährige auf den Punkt und blickt dabei auf ein Foto von ihm und Herbert Seckler in der Sylter Sansibar oder zu den nordischen Marunde-Karikaturen. So wird es Dieter Eggert, der dieser Tage die letzte Übung zu seinem 49. Sportabzeichen beim Turnerbund Wilferdingen absolviert hat, auch künftig nicht langweilig. Im Ruhestand wird er sich die raue Seeluft wohl öfter um die Nase wehen lassen: Als Seenotretter. Seit einigen Jahren engagiert er sich als einziges Baden-Württemberg-Mitglied in der beschlussfähigen Versammlung der Deutschen Gesellschaft für die Rettung Schiffbrüchiger.

Geboren im niedersächsischen Bad Beversen nahe Uelzen wuchs er in einer Spirituosenmanufaktur auf. Schon als Kind habe er an den Füllmaschinen mit angepackt, erinnert er sich. Als sich sein Bruder für die Übernahme entschied, zog es das Nordlicht nach Karlsruhe zum Wirtschaftsingenieur-Studium, wodurch er auch seine Frau Kristina Eggert – geborene Güldner – kennenlernte. Nach drei Jahren als Unternehmensberater und Controller in der Region stieg er 1978 als Geschäftsführer bei der damals noch in Pfinztal-Kleinsteinbach ansässigen Firma G. Walter Güldner ein, wo auch seine Frau bis heute mit in der Leitung ist. Mit dem Neubau in Wilferdingen 1988 und stetigen Erweiterungen – zuletzt 2009 mit dem Bau eines „WissensWerks“ für die Kunden – entwickelte sich das Unternehmen mit seinen heute 35 Mitarbeitern immer mehr vom reinen Werkzeughändler zum Ideengeber. Digitalisierung und Lean Management gehören nach dem deutlichen Wandel heute ebenso zu den Schlagworten wie E-Commerce, Fertigungsoptimierung und Arbeitsschutz: „Heutzutage versorgen wir unsere Kunden nicht nur mit Werkzeugen, sondern unterstützen sie durch den Blick von außen im gesamten Prozess von der Logistik über die Datenverwaltung bis zum ergonomischen Arbeitsplatz – mit Güldner 4.0 können die Kunden bares Geld sparen.“ Für den regelmäßigen Austausch der überwiegend süddeutschen Kunden sorgt neben Schulungsangeboten die Güldner-Messe in der Kulturhalle: Im Mai 2019 wird Güldner dort allen Interessierten unter dem Titel „Virtuelle Firma 4.0“ seine Dienstleistungen präsentieren.

Nachfolge geregelt

Dieter Eggert übergibt die Geschäftsführung nun komplett an seine Tochter Maren Loth und Schwiegersohn Stephan Loth, die beide bereits seit drei Jahren in der Geschäftsleitung sind. Zudem wird Pascal Hartmann Prokurist: „Ich habe sie als zuverlässige und faire Partner kennen- und schätzen gelernt“, freut sich Eggert.