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Cartoon von André Poloczek zum Thema ‚Frauen einstellen‘.  Foto: Metallzeitung 3/2020. 

Gleicher Verdienst für viele Frauen noch ein Traum - IG-Metall fordert schnelle Angleichung

Pforzheim. Die IG Metall Pforzheim fordert schnelle Angleichung der Verdienste von Frauen zum Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit, der am 24. Oktober begangen wird. Dieser Tag stehe dafür, dass Frauen bis zum Jahresende arbeiten müssen, um dasselbe Entgelt zu erhalten, das Männer bereits am 24. Oktober bekommen, so die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim, Liane Papaioannou. Der „Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit“ mache auf die Benachteiligungen von Frauen beim Entgelt aufmerksam. Dabei geht es um Berufswahl, Arbeitszeit, Führungspositionen, Verteilung in den Entgeltgruppen, Möglichkeiten bei der Weiterbildung, Förderprogramme und vieles mehr.

Es geht um Gleichberechtigung

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ (Art. 3 Grundgesetz). „Bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit ist eine unmittelbare oder mittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts im Hinblick auf sämtliche Entgeltbestandteile und Entgeltbedingungen verboten.“

2020 erhielten Frauen 18 Prozent weniger Entgelt als Männer. 18,62 Euro war der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen, 22,78 Euro der von Männern. Frauen haben pro Stunde 4,16 Euro weniger erhalten. Warum? Frauen und Männer arbeiten in unterschiedlichen Branchen und Berufen sowie auf unterschiedlichen Ebenen. Der Entgeltunterschied ist zu über 70 Prozent durch bestehende Strukturen bedingt, empört sich die Gewerkschafterin der IG Metall Pforzheim. Selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit erhalten Frauen sechs Prozent weniger Entgelt als Männer! Dieser Unterschied ist zwischen 2014 und 2018 nach einer Aufstellung des Statistischen Bundesamts nicht geschrumpft, heißt es in der Presseerklärung der IG Metall Pforzheim. Die Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamts von 2018 zeigt: In den tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie gibt es einen Entgeltunterschied von 5,7 Prozent bei den Facharbeiterinnen und Facharbeitern. Frauen erhalten 1,49 Euro weniger pro Stunde. 2014 lag der Unterschied noch bei sechs Prozent. (Quelle: Statistischen Bundesamts). Zur konkreten Unterstützung von Frauen bietet die IG Metall verschiedene Onlineseminare zum Thema Lohn- und Gehalt an.