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Informationsbedarf bei der Invest in Stuttgart: Sabine Seitz und ihre Kollegen vom Sparkassenverband Baden-Württemberg beantworteten viele Fragen. Foto: Marx

Gold, am liebsten grammweise: Ansturm auf die Stuttgarter Messe Invest

Stuttgart/Pforzheim. Jonas Schneider und seine Kollegin wirbeln am Stand von Heimerle + Meule aus Pforzheim: Das Wechselgeld ist gerade ausgegangen, Dutzende von Kunden umlagern den Stand und sind scharf auf Gold. Beim Traditionsunternehmen glänzen in den Vitrinen wahre Werte, wie die Jünger von physischen Edelmetallen Gold- und Silberprodukte gerne zu bezeichnen pflegen.

Besonders Interesse herrscht an den Gramm-Minibarren, die in Plastikkärtchen integriert sind. Lohnt sich der Aufpreis auf die Grammware im Vergleich zur Unzenware? Produktmanager Schneider ist um Antworten nicht verlegen. Der Kunde wisse um den Aufpreis. Aber es handele sich allgemein um ein nachgefragtes Geschenk. Andererseits gehe ein spezieller Kundenkreis von der Abschaffung des Bargelds aus und wolle im Vorfeld einer durchdigitalisierten Währungsgesellschaft mit physischer Grammware für eine reale Bezahlalternative aufbauen. Klingt ein wenig nach Mittelalter und Endzeit. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen. Viele Kunden streben ein ausgewogenes Portfolio an: Sie setzen auf Immobilien ebenso wie auf Aktien und Anleihen. Selbst einjähriges Festgeld gibt es bei Banken im EU-Raum noch bis zu einem Prozent.

Physische Edelmetalle und Rohstoffe ganz allgemein „eignen sich als Beimischung“, sagt Sabine Seitz am Stand des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Als Referentin für Anlagegeschäfte empfiehlt sie regelmäßiges Sparen. Ob Anteile von Investmentfonds oder einfache, aber kostengünstige ETF-Indexprodukte: „Die Mischung macht‘s“, unterstreicht Seitz. Wertpapiere als Baustein im Portfolio seien überlegenswert. Nach einem Beratungsgespräch sei es wichtig, dass sich der Kunde mit dem Produkt wohlfühle. Wer überdies erkenne, dass man auf längere Sicht die Rendite optimieren könne, wenn man nicht nur auf Deutschland und Europa, sondern die ganze entwickelte Welt setze, umso besser. Am Sparkassenstand merke man übrigens immer wieder, wie wichtig der Allfinanzansatz sei. Die Kunden hätten Fragen zu allen Themen.

Bei der gut besuchten Invest auf dem Messegelände am Stuttgarter Flughafen gab es auch wieder eine Blogger-Lounge, Einblicke in Finanz-Startups, ein besonderes Angebot für grüne Investitionsideen und die Möglichkeit, mit bekannten Finanzexperten am Rand von Vorträgen ins Gespräch zu kommen. Die Invest zielt aufs breite Publikum und das fühlte sich von dem Angebot der 132 Aussteller angesprochen.